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	<title>CARTA &#187; Marvin Oppong</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Bundestagsverwaltung verlangt 360 Euro f&#252;r Auskunft &#252;ber Geschenke</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Aug 2010 15:57:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bundestagsverwaltung kauft regelm&#228;&#223;ig mit Steuergeldern sogenannte Ehren- und Gastgeschenke. An wen die Geschenke gehen, beh&#228;lt die Parlamentsverwaltung jedoch f&#252;r sich. F&#252;r die Auskunft, welche Geschenke mit welchem Wert in zweieinhalb Jahren angeschafft wurden, verlangt die Beh&#246;rde jetzt 360 Euro Geb&#252;hren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/7fcb9938b7df4d0c855dd9c0d5e9aad5" alt="" width="1" height="1" />&#8220;Bundestagsabgeordnete kaufen Luxus-F&#252;ller mit Steuergeldern&#8221; hie&#223; es vergangenen November bei <a href="http://www.welt.de/die-welt/politik/article5282373/Bundestagsabgeordnete-kaufen-Luxus-Fueller-mit-Steuergeldern.html" target="_blank">Welt Online</a>. Zu der Nachricht war es gekommen, weil 115 Parlamentarier die M&#246;glichkeit, B&#252;rokosten im Rahmen eines Kontos f&#252;r Sachleistungen abzurechnen, genutzt hatten, um 396 Schreibwerkzeuge der Marke Montblanc zu bestellen. Gesamtkosten: 68.800 Euro.</p>
<p style="text-align: left">Dies brachte mich auf die Idee, bei der Bundestagsverwaltung einmal nachzufragen, welche <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/verwaltung/aktenplan.pdf" target="_blank">Ehren- und Gastgeschenke</a> die Verwaltung f&#252;r wen anschafft hat. Doch die Parlamentsverwaltung weigert sich, Auskunft dar&#252;ber zu geben, f&#252;r wen Geschenke bestimmt sind. F&#252;r die Beantwortung meiner Anfrage auf Grundlage des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetzes</a> (IFG), die in Erfahrung bringen soll, welche Geschenke von M&#228;rz 2007 bis Oktober 2009 angeschafft wurden, verlangt der Pressesprecher des Bundestages 360 Euro Geb&#252;hren.</p>
<p>Wie die Bundestagsverwaltung mitteilte, wurden zwischen dem 1. Oktober 2009 und dem 31. M&#228;rz 2010 &#8211; also zu Beginn der Wahlperiode und zu einer Zeit, zu der sich Aussch&#252;sse und Parlamentariergruppen noch konstitutierten &#8211; folgende Geschenke angeschafft:</p>
<ul>
<li>101 Kugelschreiber (Gesamtkosten: 430,26 Euro), 100 Kugelschreiber (745 Euro)</li>
<li>30 Medaillen Mei&#223;ner Porzellan (158,70 Euro)</li>
<li>5 Schreibmappen „Lamm-Nappa“ (825 Euro)</li>
<li>1 Seidenschal (325 Euro)</li>
</ul>
<p>Wem die Geschenke wann &#252;berreicht wurden, wollte das Haus von Bundestagspr&#228;sident <a href="http://www.schneider-breitenbrunn.de/2010-04/bundestagspraesident-erhielt-die-20-millionste-gideon-bibel/" target="_blank">Norbert Lammert</a> nicht mitteilen. Man sehe sich &#8220;aufgrund des au&#223;enpolitischen Bezuges&#8221; nicht zu einer entsprechenden Auskunft gegen&#252;ber der Presse verpflichtet, so die erste Aussage von Anna Rubinowicz-Gr&#252;ndler, stellvertretende Leiterin des Pressereferats. Dann teilte sie mit, die Empf&#228;nger m&#252;ssten &#8220;geheim gehalten werden&#8221;. Man bef&#252;rchte: Die mit den Geschenken &#8220;verbundene Geste w&#252;rde entwertet und Irritationen innerhalb der au&#223;enpolitischen Beziehun­gen&#8221; des Bundestages k&#246;nnten &#8220;nicht ausge­schlossen&#8221; werden. Ob sich der behauptete au&#223;enpolitische Bezug auf alle oder nur einen Teil der Geschenke bezieht, teilte die Bundestagsverwaltung auf Nachfrage nicht mit.</p>
<p>Die Bundestagsverwaltung meint, um Informationen dar&#252;ber zusammenzustellen, welche Geschenke in den zweiundeinhalb Jahren vor Oktober 2009 gekauft wurden, bed&#252;rfe es &#8220;der Durchsicht von 12 Aktenordnern mit insgesamt rund 6.000 Blatt Papier&#8221;. Den erforderlichen Zeitaufwand beziffert man auf &#8220;rund 72 Arbeitsstunden&#8221;. Da man mir jedoch bereits &#252;ber einen Zeitraum von sechs Monaten Auskunft gegeben hat, w&#252;rde dies bedeuten, dass man hierf&#252;r umgerechnet 1.200 Seiten Akten gesichtet haben will &#8211; schwer vorstellbar.</p>
<p>Nachdem die Auskunft &#252;ber die Empf&#228;nger der Geschenke im Rahmen meiner Presseanfrage abgelehnt wurde, beantragte ich auch auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes Auskunft zu den Geschenken. In einem daraufhin &#252;bersandten Brief des Leiters der Bundestags-Pressestelle, Christian Hoose, teilte dieser mir mit, die Frage, an wen die Geschenke &#252;berreicht wurden, sei &#8220;Teil der parlamentarischen Kontakte zu in- und ausl&#228;ndischen sowie supranationalen Stellen&#8221;. Deshalb bestehe kein Anspruch auf Auskunft nach dem IFG.</p>
<p>In dem Schreiben ist von den zuvor genannten und angeblich zu  sichtenden &#8220;12 Aktenordnern mit ingesamt rund 6.000 Blatt Papier&#8221; pl&#246;tzlich keine Rede mehr. Stattdessen spricht Hoose nur noch von &#8221; zwei Ordnern je Jahrgang&#8221;, die ausgewertet werden m&#252;ssten.</p>
<p>Hoose weiter: &#8220;Ich gehe davon aus, dass voraussichtlich Geb&#252;hren in einer H&#246;he von <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/index.php?article_id=345" target="_blank">360 Euro</a> anfallen werden.&#8221; Diesen Betrag soll ich im Voraus &#252;berweisen. Dann will man mir mitteilen, wieviele Geschenke von M&#228;rz 2007 bis Oktober 2009 zu welchem Preis angeschafft wurden; eine Auskunft &#252;ber die Empf&#228;nger soll es nicht geben. Das Prinzip der Vorkasse ist weder im IFG noch in der <a href="http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/IFG/IFGBundesgesetzUndGebuehrenO/GebuehrenOrdngIFG.pdf?__blob=publicationFile" target="_blank">Informationsgeb&#252;hrenverordnung</a> (IFGGebV) vorgesehen und nur in bestimmten Einzelf&#228;llen, z. B. wenn ein Antragsteller zuvor schon einmal nicht gezahlt hat, gerechtfertigt. &#8220;Vorkasse entspricht nicht dem Grundgedanken des Informationsfreiheitsgesetzes, Verwaltungshandeln transparenter zu gestalten&#8221;, so der Bundesbeauftragte f&#252;r den Datenschutz in seinem letzten <a href="http://www.bfdi.bund.de/cae/servlet/contentblob/951004/publicationFile/63723/2TB08_09.pdf" target="_blank">T&#228;tigkeitsbericht</a>.</p>
<p>Nach § IFGGebV kann eine Beh&#246;rde au&#223;erdem, selbst wenn eigentlich Geb&#252;hren erhoben werden k&#246;nnten, von deren Erhebung aus &#8220;Gr&#252;nden der Billigkeit oder des &#246;ffentlichen Interesses&#8221; absehen, also beispielsweise bei Journalisten, die f&#252;r die &#214;ffentlichkeit berichten. Offenbar geht die Bundestagsverwaltung davon aus, dass es die Mehrheit der Deutschen nicht interessiert, welche Geschenke f&#252;r Privatpersonen im Namen der deutschen Bev&#246;lkerung mit Steuergeldern angeschafft werden.
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<a href="http://carta.info/32981/bundestagsverwaltung-verlangt-360-euro-fuer-auskunft-ueber-geschenke/">Bundestagsverwaltung verlangt 360 Euro f&#252;r Auskunft &#252;ber Geschenke</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32981/bundestagsverwaltung-verlangt-360-euro-fuer-auskunft-ueber-geschenke/#comments">5 comments</a>
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		<title>Gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz à la Duisburg: Wie die Stadt Journalisten abblitzen l&#228;sst</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 09:36:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Blog, das die Anh&#228;nge des Zwischenberichts zur Loveparade ver&#246;ffentlichte, wurde abgemahnt. Gleichzeitig spricht die Stadt von "gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Transparenz" der Aufkl&#228;rung. Journalisten werden jedoch grundlegende Ausk&#252;nfte zu den Dokumenten um das Ungl&#252;ck verweigert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/4c6196b2acdc42b98881b4a2ad7398a2" alt="" width="1" height="1" />Als am Mittwoch die Anh&#228;nge des Gutachtens zur Loveparade, das die Kanzlei “<a href="http://www.heuking.de/">Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek</a>”  im Auftrag der Stadt Duisburg angefertigt hatte, im Internet verbreitet  wurden, bekam auch ich die Dokumente zugeschickt. Ich sichtete die  Dokumente und stie&#223; dabei auf ein als &#8220;Vertraulich&#8221; gekennzeichnetes  &#8220;Vorl&#228;ufiges Ablaufkonzept&#8221; zur Loveparade 2010. In dem Dokument hei&#223;t  es unter dem Punkt &#8220;Sicherheit/Entfluchtung&#8221;:</p>
<blockquote><p>Ein detailliertes Sicherheits- und Entfluchtungskonzept  wird in einem noch zu konstituierenden Arbeitskreis &#8216;Sicherheit&#8217; der  Stadt Duisburg unter Einbindung aller Interessentr&#228;ger und insbesondere  der zust&#228;ndigen BOS (Beh&#246;rden und Organisationen mit  Sicherheitsaufgaben, Anm. d. Red.) erarbeitet.</p></blockquote>
<p>Eine erste Gespr&#228;chs- und Abstimmungsrunde habe bereits &#8220;eine Reihe von &#8211; l&#246;sbaren &#8211; Herausforderungen&#8221; ergeben, jedoch <strong>ohne &#8220;unbeherrschbare Risiken</strong> aufzuzeigen&#8221;. Zu den M&#246;glichkeiten geh&#246;re auch</p>
<blockquote><p>die Sperrung des Zugangs zum Gel&#228;nde (bei unerwartet starkem Besucherandrang).</p></blockquote>
<p>Es sei bereits &#8220;Konsens&#8221;, dass</p>
<blockquote><p>&#8220;das Veranstaltungsgebiet durch eine praktisch  un&#252;berwindliche Sicherheitssperre (gegenw&#228;rtige Planung: Doppelzaun mit  Fahrgasse) von den Bahngleisen abgeschirmt&#8221; werde.</p></blockquote>
<p>In einem weiteren, nicht n&#228;her betitelten Dokument ist die Rede von  einer &#8220;Arbeitsgruppe 4  Sicherheit&#8221;. Dem Dokument zufolge oblag die  Leitung des Arbeitskreises, der unter anderem f&#252;r die Bereiche  &#8220;Betreuung von An-/Abreisenden&#8221;, &#8220;Rettungs- und Sanit&#228;tskonzept&#8221;,  &#8220;Ermittlung Besucherzahl&#8221; und &#8220;Sicherheit auf dem Gel&#228;nde&#8221; zust&#228;ndig  war, zwei in dem Dokument namentlich benannten Mitarbeitern des  Ordnungsamtes der Stadt Duisburg. Als &#8220;M&#246;gliche Teilnehmer&#8221; des  Arbeitskreises werden neben Polizei und Feuerwehr auch der  Loveparade-Veranstalter <a href="http://www.lopavent.com/" target="_blank">Lopavent GmbH</a> und <a href="http://www.im.nrw.de/inn/doks/egov/oev6_05_2_brandstaedter.pdf" target="_blank">Call Duisburg</a>, das bundesweit erste telefonische Informations- und Servicecenter einer Stadt, aufgef&#252;hrt.</p>
<p>Da ich Genaueres wissen wollte, schickte ich der Pressestelle der  Stadt Duisburg am Mittwochabend eine Presseanfrage, in der ich unter  anderem Auskunft dar&#252;ber erbat, <strong>welche Personen dem Arbeitskreis &#8220;Sicherheit&#8221; in welcher Funktion angeh&#246;rten</strong>, wie oft und wann das Gremium tagte und, ob die Mitglieder des Arbeitskreises eine besondere Aufwandsentsch&#228;digung erhielten.</p>
<p>Am Donnerstagabend dann sah ich die aktuelle Ausgabe des NDR-Magazins ZAPP. Darin hie&#223; es in einem <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/sauerland112.html" target="_blank">Beitrag &#252;ber das neue Medienimage des Duisburger OBs Sauerland</a>:</p>
<blockquote><p>Doch die Duisburger Stadtverwaltung schweigt beharrlich.  Versteckt sich hinter den laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.  Auch die Pressestelle &#8211; abgetaucht.</p></blockquote>
<p>ZAPP zitierte zudem den <em>Tagesspiegel</em>-Korrespondenten J&#252;rgen Zurheide mit den folgenden Worten:</p>
<blockquote><p>Wir haben Fragen gestellt unendlich. Wir haben angerufen,  man wurde nicht zur&#252;ckgerufen. Die Fragen, die wir gestellt haben,  wurden wenn ganz knapp beantwortet mit zwei Zeilen, aber nie haben wir  die Auskunft bekommen, die wir haben wollten.</p></blockquote>
<p>ZAPP berichtete auch, dass die Stadt der Anwaltskanzlei &#8220;Heuking K&#252;hn L&#252;er Wojtek&#8221;, die <a href="http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/Loveparadegutachter-beraten-Duisburg-bei-Projekten-id3415162.html" target="_blank">in der Vergangenheit mehrfach f&#252;r die Stadt Duisburg t&#228;tig</a> war und einen Sauerland entlastenden Bericht anfertigte, die  Pressearbeit &#252;berlie&#223; und Presseanfragen an diese weitergeleitet worden  seien. Die Stadt habe zudem einen fr&#252;heren Journalisten als PR-Berater  engagiert.</p>
<p>Am Freitag dann bekam ich eine Antwort der Pressestelle der Stadt  Duisburg, die sich 1: 1 in die bereits bekannte Praxis der Duisburger  Stadtverwaltung f&#252;gt:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>Ich bitte um Verst&#228;ndnis, dass ich Ihre Fragen heute nicht beantworten kann.</p>
<p>Die Stadt Duisburg erstellt zurzeit den Abschlussbericht &#252;ber ihre  Zust&#228;ndigkeiten und die Aufgabenerf&#252;llung im Zusammenhang mit der  Loveparade. Dieser wird sp&#228;testens zur Sitzung des <a href="http://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/GB_I/I.1/Ausschuesse_15/A09/aktuelles.jsp" target="_blank">Innenausschusses des Landtages NRW</a> am 2. September 2010 vorliegen.</p>
<p>Die Stadt verfolgt das Ziel, einen wesentlichen Beitrag zur  Gesamtaufkl&#228;rung des tragischen Ungl&#252;cks zu leisten. Die gr&#246;&#223;tm&#246;gliche  Transparenz soll mit einer zusammenfassenden Darstellung hergestellt  werden.</p>
<p>Daher sieht die Stadt Duisburg vor Erstellung des Abschlussberichts  davon ab, Einzelanfragen zu beantworten, zumal diese im Lichte der  Abschlussberichts gesehen werden m&#252;ssen, der zun&#228;chst dem Souver&#228;n des  Landes und den Ermittlungsbeh&#246;rden vorzulegen ist.</p>
<p>Der Abschlussbericht wird wie bereits der am 3. August 2010 vorgelegte <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php" target="_blank">Zwischenbericht</a> danach zeitnah &#246;ffentlich zug&#228;nglich gemacht und auch Ihnen zur Verf&#252;gung stehen.</p>
<p>Antworten auf die von Ihnen aufgeworfenen Fragen werden in den  Abschlussbericht Eingang finden. Auf Basis des Abschlussberichts wird  die Stadt Duisburg auch m&#246;gliche erg&#228;nzende Fragen beantworten.</p></blockquote>
<p>Konkret bedeutet das: Bis zum 2. September will man offenbar  Journalisten zumindest &#252;ber die Zusammensetzung der &#8220;Arbeitsgruppe  &#8216;Sicherheit&#8217;&#8221; gar keine Auskunft geben. Es ist recht merkw&#252;rdig, dass  man als Journalist nicht einmal erfahren darf, welche Institutionen &#8211;  und es geht hier nicht um Namen konkreter Personen &#8211; in dem Gremium vertreten waren. Zumal in dem genannten Dokument bereits &#8220;M&#246;gliche  Teilnehmer&#8221; genannt werden. Gr&#246;&#223;tm&#246;gliche Transparenz sieht anders aus.</p>
<p>Wie neutral der  Abschlussberichts sein wird, steht in den  Sternen. Daneben ist schwer zu beantworten, wie gro&#223; das Interesse des  Akteurs Stadt Duisburg an einer <strong>&#8220;Gesamtaufkl&#228;rung&#8221; und an &#8220;gr&#246;&#223;tm&#246;glicher Transparenz&#8221;</strong> ist. Die Stadt machte zudem keine genaueren Angaben, in welcher  Weise sie den Abschlussbericht &#8220;&#246;ffentlich&#8221; machen will. Einen kleinen Vorgeschmack, wie Transparenz bei der Stadt Duisburg  aussieht, hat die &#214;ffentlichkeit bereits erhalten:</p>
<p>Der  Zwischenbericht wurde zwar ver&#246;ffentlicht, nicht jedoch sein  335-seitiger Anhang. Gegen das Blog, das diesen ver&#246;ffentlichte, <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/loveparade_2010/aktuell/100818.jhtml?rubrikenstyle=panorama" target="_blank">erwirkte die Stadt Duisburg eine einstweilige Verf&#252;gung</a>.  Die Stadt Duisburg spricht jetzt davon, dass die Transparenz mit einer  &#8220;zusammenfassenden Darstellung&#8221; hergestellt werden soll. Gleichzeitig  gibt die Stadt Duisburg zu Einzelfragen, die die Anh&#228;nge des ersten  Berichts betreffen, keine Auskunft.</p>
<p>Wie brisant die Details um die Arbeitsgruppe Sicherheit sind, l&#228;sst ein Bericht bei <em><a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,713048,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> erahnen, der am Samtag erschien.
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		<title>Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 28. Juli bis zum 20. August 2010 u.a. mit: G&#252;nter Wallraff, Wikileaks und dem Sachsensumpf. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/877c03dafe994339ad3c9d49a7378929" alt="" width="1" height="1" />Mehr &#252;ber die neuen Investigativ-Teams und die neue Bedeutung des investigativen Journalismus bei deutschen Verlagen erfuhr man bei <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/wv-investigativer-journalismus-recherche-zu-verkaufen-1.980865" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,711837,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> deckte auf, dass das Land Baden-W&#252;rttemberg das umstrittene Bauprojekt &#8220;Stuttgart 21&#8243; mit einem Millionenauftrag rettete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p><a href="http://blog.br-online.de/report-muenchen/2010/08/16/neue-erkenntnisse-zu-den-deutschen-mafia-stutzpunkten.html" target="_blank">Report M&#252;nchen</a> liegen Abh&#246;rprotokolle der italienischen Polizei vor, von denen 100 Seiten die italienische Mafia in Deutschland betreffen. Mit Tierqu&#228;lerei in Putenmastbetrieben und Vorw&#252;rfen gegen die nieders&#228;chsiche Landwirtschaftsministerin Astrid Grotel&#252;schen befasste sich <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html" target="_blank">Report Mainz</a>. Die Arbeitswelt hinter der neuen Fassade von Schlecker war Thema bei <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0819/schlecker.php5" target="_blank">Monitor</a>.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Nachdem der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> dar&#252;ber berichtete, dass ein alter Wallraff-Film im Giftschrank des WDR verschwand, hob der Sender nun die Sperre auf, wie ebenfalls der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,710662,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> herausfand. <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/wallraff144.html" target="_blank">ZAPP</a> zeigte erstmalig und exklusiv Ausschnitte aus dem Film. Dar&#252;ber schrieben <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ndr-zeigte-wallraff-als-bild-reporter_100029628.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=4e67bffaff" target="_blank">Meedia</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0813/medien/0038/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://zapp.blog.ndr.de/2010/08/17/bild/" target="_blank">Zapp-Blog</a></em> gab die Antwort auf die Frage &#8220;Wie konnte Wallraff bei der Bild-Zeitung in Hannover filmen?&#8221;.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/aug/13/wikileaks-reporters-without-borders" target="_blank">Guardian</a></em> und die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/schwarze-listen-der-taliban-befuerchtet/" target="_blank">taz</a></em> vermeldeten, dass Reporter ohne Grenzen Wikileaks f&#252;r die  Ver&#246;ffentlichung der Afghanistan-Warlogs kritisiert. Kritik an Wikileaks  war auch Thema in der <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/laecherliche-kritik/" target="_blank">taz</a></em> und in der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-gruender-assange-enthueller-mit-umstrittener-mission-1.979935" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung</a></em>. Nachdem die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt</a></em> dies schon einige Tage zuvor geschrieben hatte, berichtete auch die <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E318EEFDB9B224FB0A9C04BCD1378FEA0~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a></em>, dass die Pentagon-Papiere relevanter gewesen seien als die Afghanistan-Warlogs. Ein interessanter Beitrag von <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708744,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> sammelte die Ansichten verschiedener US-amerikanischer Ex-Gener&#228;len zu Wikileaks Afghanistan-Ver&#246;ffentlichung.</p>
<p>Mit dem Wikileaks-Kopf Julian Assange befassten sich <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,708604,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:kopf-des-tages-julian-assange-der-wikileaks-ueberzeugungstaeter/50149067.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> und der <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1280133199423.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>.</p>
<p>In einem auch auf Englisch verf&#252;gbaren Bericht der schwedischen Zeitung <em><a href="http://www.sydsvenskan.se/kultur-och-nojen/article1196808/English-version-Swedish-law-does-not-protect-Wikileaks-sources.html" target="_blank">Sydsvenskan</a></em> hinterfragte diese die Sicherheit der Wikileaks-Plattform vor dem Hintergrund schwedischen Rechts. Mit den Finanzen von Wikileaks setzte sich die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-finanzierung-die-spur-des-geldes-1.984781" target="_blank">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> auseinander.</p>
<p>Das Vorgehen gegen Wikileaks war nur bei <em>Spiegel Online</em> Thema (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709225,00.html" target="_blank">I</a>,  <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709446,00.html#ref=nldt" target="_blank">II</a>). Wie das FBI das Wikileaks-Leck finden soll, beschrieb der <em><a href="http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan/geheimdokumente-fbi-soll-das-wiki-leck-finden_aid_536321.html" target="_blank">Focus</a></em>. &#220;ber Wikileaks&#8217; &#8220;Lebensversicherung&#8221; berichteten die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">taz</a></em> und <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">Zeit Online</a></em>. Das Pentagon verlangte Dokumente von Wikileaks zur&#252;ck, war bei <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710471,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> zu lesen.</p>
<p>Die schwedische Piratenpartei unterst&#252;tzt nun Wikileaks durch die Bereitstellung eines Servers, wie die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweden_piratenpartei_server_wikileaks_1.7250357.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em> und die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9077296/Schwedens-Piraten-gewaehren-Wikileaks-Zuflucht.html" target="_blank">Welt</a></em> berichteten. Die thail&#228;ndische Regierung hingegen hat Wikileaks nun gesperrt, so <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712472,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>. Der schwedische Dienst <a href="http://twitter.com/telecomix/status/21149744697" target="_blank">Telecomix</a> hilft Wikileaks, die Sperre zu &#252;berwinden.</p>
<h4><strong>Sachsensumpf</strong></h4>
<p>&#220;ber das Verfahren, in dem es auch um Verbindungen von hochrangigen Vertretern der Justiz zum Rotlichtmilieu ging, informierten unter anderem die <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/pressefreiheit-vor-gericht/" target="_blank">taz</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0729/medien/0055/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>. Im Vorfeld des Urteils forderten der <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M506f521d316.0.html" target="_blank">Deutsche Journalisten-Verband</a> und <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/browse/1/article/9/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html" target="_blank">Reporter ohne Grenzen</a> Freispr&#252;che f&#252;r die beiden angeklagten und mittlerweile verurteilten Journalisten. Die <em><a href="http://www.welt.de/aktuell/article9006377/Presserat-ruegt-Sachsensumpf-Urteil-als-Angriff-auf-Pressefreiheit.html" target="_blank">Welt</a></em> berichtete &#252;ber die Kritik des Presserates, <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sachsensumpf--geldstrafe-fr-journalisten_100029652.html?tx_ttnews%5bbackPid%5d=62&amp;cHash=0255938c31" target="_blank">Meedia</a></em> &#252;ber die Kritik von Reporter ohne Grenzen am Sachsensumpf-Urteil, welche <a href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin"><em>Zeit Online</em></a> kommentierte.
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<hr />
<p><small>
<a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/">Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/#comments">No comment</a>
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		<item>
		<title>Stadt Duisburg h&#228;lt Loveparade-Dokumente unter Verschluss [Update]</title>
		<link>http://carta.info/31945/stadt-duisburg-haelt-loveparade-dokumente-unter-verschluss/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Aug 2010 18:06:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigentlich kann jeder nach dem Informationsfreiheitsgesetz Informationen bei Beh&#246;rden beantragen - also auch die Genehmigung der Loveparade. Journalisten haben sogar bei einem laufenden Verfahren Anspruch auf Auskunft. Doch die Stadt Duisburg h&#228;lt die Dokumente unter Verschluss. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/90c984e1145847c199dc9a067ce29ada" alt="" width="1" height="1" />Vor einiger Zeit war das Informationsfreiheitsgesetz <a href="http://carta.info/30586/buerger-nutzt-die-informationsfreiheit/" target="_blank">hier</a> bereits Thema. Nat&#252;rlich bietet das Gesetz auch die M&#246;glichkeit, an die Dokumente zu gelangen, in denen die Stadt und das Polizeipr&#228;sidium Duisburg im Zusammenhang mit der Loveparade Sicherheitsbewertungen vorgenommen und Sicherheitskonzepte erstellt hat. Aber auch an das Dokument, mit dem die Stadt die Loveparade genehmigt hat.</p>
<p>Aus diesem Grund beantragte ich am 24. bzw. 25. Juli beim Polizeipr&#228;sidium Duisburg und bei der Stadt Duisburg die &#220;bersendung von Abschriften der entsprechenden Dokumente. Doch die Stadt Duisburg weigert sich nun mit fadenscheinigen und  nachweislich unzutreffenden juristischen Begr&#252;ndungen, die Dokumente  herauszugeben. Die Stadt behauptet, ich k&#246;nne mich nicht auf das IFG berufen, da ich Journalist sei. Doch selbst wenn, st&#252;nde der &#8220;Schutz der sachgem&#228;&#223;en Durchf&#252;hrung der Ermittlungst&#228;tigkeit&#8221; und ein schutzw&#252;rdiges privates Interesse  &#8220;der von den gew&#252;nschten Informationen  tangierten Personen&#8221; entgegen.</p>
<p>Vom Polizeipr&#228;sidium Duisburg erhielt ich auf meine Anfrage hin bereits am 2. August folgende Antwort:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>die Unterlagen sind f&#252;r das staatsanwaltschaftliche Ermittlungsverfahren bedeutsam. Ich habe Ihr Ersuchen daher der Staatsanwaltschaft Duisburg zugeleitet.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
XXXXXXXX</p>
<p>Polizeipr&#228;sidium Duisburg</p></blockquote>
<p>Auf eine E-Mail von mir, in der ich unter anderem fragte, ob dem Polizeipr&#228;sidium Duisburg denn Kopien der Dokumente vorliegen und in dem ich einwendete, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nichts mit der Auskunftpflicht des Polizeipr&#228;sidiums nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu tun hat, erhielt ich am 3. August folgende Antwort:</p>
<blockquote><p><strong>Auskunft nach IFG NRW</strong></p>
<p>Antrag vom 24.07./02.08.2010 (e-mails)</p>
<p>Meine e-mail vom 02.08.2010</p>
<p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>alle begehrten Unterlagen befinden sich ausnahmslos bei der Staatsanwaltschaft Duisburg, es werden hier keine Restanten vorgehalten.</p>
<p>Erst nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens kann der Antrag beschieden werden, wenn dann noch Interesse an Akteneinsicht besteht. Den Zeitpunkt bestimmt allerdings nicht das Polizeipr&#228;sidium Duisburg.</p>
<p>Bis dahin empfehle ich Ihnen, sich ggf. an die Staatsanwaltschaft Duisburg zu wenden.</p>
<p>Sie haben nach § 13 Abs 2 Satz 1 IFG NRW auch das Recht, sich unmittelbar an Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz zu wenden.</p>
<p>Dass Ihr erster Antrag an die zust&#228;ndige Beh&#246;rde, n&#228;mlich die Staatsanwaltschaft Duisburg weitergeleitet worden ist, stellt hiesigen Erachtens keinen Versto&#223; gegen Datenschutzbestimmungen dar.</p>
<p>Ich weise darauf hin, dass gem&#228;&#223; § 11 IFG NRW f&#252;r Amtshandlungen, die aufgrund dieses Gesetzes vorgenommen werden, Geb&#252;hren erhoben werden. Die Ablehnung eines Antrags auf Informationszugang ist nach dieser Vorschrift geb&#252;hrenfrei.</p>
<p>N&#228;here Informationen zu evtl. entstehenden Geb&#252;hren und Auslagen finden Sie im Internet unter <a href="https://www.ldi.nrw.de/">https://www.ldi.nrw.de/</a>.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Meine Frage, warum die Polizei keine Kopien der Dokumente vorliegen hat, wurde nicht beantwortet. Auch von der Staatsanwaltschaft Duisburg habe ich bisher nichts geh&#246;rt. Heute erhielt ich allerdings folgende E-Mail vom Rechtsamt der Stadt Duisburg:</p>
<blockquote><p><strong>Loveparade 24.07.2010<br />
Antrag auf Akteneinsicht gem&#228;&#223; des Gesetzes &#252;ber die Freiheit des Zugangs zu Informationen f&#252;r das Land Nordrhein-Westfalen – IFG NRW<br />
</strong><br />
Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Schreiben vom 25.07.2010 und vom 02.08.2010, mit denen Sie gest&#252;tzt auf das <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2010&amp;bes_id=5012&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Informationsfreiheitsgesetz#det0" target="_blank">IFG NRW</a> (Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen, Anm. d. Red.) um Abschriften aller bei der Stadt Duisburg vorliegenden Schriftst&#252;cke, in denen die Stadt im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 eine Sicherheitsbewertung vorgenommen hat, die im Zusammenhang mit dem Tunnel in der Karl-Lehr-Stra&#223;e in Duisburg und dessen unmittelbarer Umgebung von weniger als 200 Metern Entfernung steht, sowie der <a href="http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/0,1518,708478,00.html" target="_blank">Genehmigung vom 21.07.2010 und des am 24.03.2010 dem Polizeipr&#228;sidium Duisburg vorgelegten Sicherheitskonzepts</a> einschlie&#223;lich dazu geh&#246;riger Schreiben und Dokumente gebeten haben.</p>
<p>Zun&#228;chst m&#246;chte ich darauf hinweisen, dass zwischenzeitlich bereits einige beh&#246;rdliche Schriftst&#252;cke im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 <a href="http://www.google.de/" target="_blank">im Internet</a> zu finden sind; zudem hat die Stadt Duisburg unter <a href="http://www.duisburg.de">www.duisburg.de</a> einen <a href="http://www.duisburg.de/news/zwischenbericht_loveparade.php" target="_blank">Zwischenbericht</a> eingestellt, der eine F&#252;lle von Informationen &#252;ber das Verwaltungshandeln auf Seiten der Stadt enth&#228;lt. Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnen die von Ihnen begehrten Abschriften jedoch nicht gew&#228;hrt werden:</p>
<p>Gem&#228;&#223; <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2010&amp;bes_id=5012&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Informationsfreiheitsgesetz#det207537" target="_blank">§ 4 Abs. 1 IFG NRW</a> hat jede nat&#252;rliche Person nach Ma&#223;gabe dieses Gesetzes Anspruch auf Zugang zu den bei der Beh&#246;rde vorhandenen amtlichen Informationen, sofern nach Abs. 2 keine insoweit vorrangigen Vorschriften bestehen. Ein solcher vorrangiger Spezialanspruch ist vorliegend <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Pressegsetz#det188991" target="_blank">§ 4 PresseG</a>, da Sie den Anspruch hier offensichtlich als Vertreter der Presse geltend machen. Das PresseG geht insoweit den Vorschriften des IFG NRW vor (vgl. Beschluss des OVG NRW vom 19.02.2004, Az. 5 A 640/02), so dass schon aus diesem Grund der Anwendungsbereich des IFG NRW nicht er&#246;ffnet ist. Dessen ungeachtet w&#228;re selbst f&#252;r den – hier aber nicht angenommenen – Fall, dass das IFG NRW zur Anwendung gelangen w&#252;rde, insbesondere mit Blick auf die <a href="http://www.epd.de/medien/medien_index_58367.html" target="_blank">laufenden Ermittlungen</a> der Staatsanwaltschaft derzeit nicht davon auszugehen, dass die Voraussetzungen f&#252;r eine Informationsgew&#228;hrung nach § 4 Abs. 1 IFG NRW vorliegen w&#252;rden.</p>
<p>Dem Grunde nach einschl&#228;gig ist hier folglich allein das PresseG. Nach § 4 Abs. 1 PresseG sind Beh&#246;rden verpflichtet, den Vertretern der Presse die der Erf&#252;llung ihrer &#246;ffentlichen Aufgabe dienenden Ausk&#252;nfte zu erteilen. Nach dem Gesetzeswortlaut ist der Anspruch also auf Auskunft gerichtet &#8211; und nicht auf die von Ihnen begehrten Abschriften. Auch eine Auskunft &#252;ber die von Ihnen gew&#252;nschten Informationen kommt hier aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht in Betracht, da die Ablehnungsgr&#252;nde des § 4 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Nr. 3 PresseG greifen. Ihrem Interesse an der Nachrichtenbeschaffung bzw. Mitwirkung an der Meinungsbildung steht derzeit im Hinblick auf das laufende Ermittlungsverfahren der &#252;berwiegende <strong>Schutz der sachgem&#228;&#223;en Durchf&#252;hrung der Ermittlungst&#228;tigkeit und der Entscheidungsfindung der Ermittlungsbeh&#246;rde frei und unbeeintr&#228;chtigt von der &#246;ffentlichen Berichterstattung</strong> sowie ferner das &#252;berwiegende schutzw&#252;rdige private Interesse der von den gew&#252;nschten Informationen tangierten Personen – auch ihr Interesse, keiner „Vorverurteilung&#8221; durch die Presse / der &#214;ffentlichkeit und damit keiner Ermittlung (au&#223;er der der dazu zust&#228;ndigen Ermittlungsbeh&#246;rden) ausgesetzt zu sein – entgegen.</p>
<p>Im Ergebnis entspricht diese Auffassung im &#252;brigen auch der Rechtsprechung des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute folgenderma&#223;en geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Nachricht vom heutigen Tag. Ihre darin geschilderte Rechtsauffassung vermag jedoch nicht zu &#252;berzeugen. In der Tat ist, sofern ein Auskunftsanspruch nach dem Pressegesetz Nordrhein-Westfalen (PresseG NRW) besteht, dieser vorrangig gegen&#252;ber dem Zugang zu Informationen nach dem Informationsfreiheitsgesetz zu pr&#252;fen. Das bedeutet aber nicht, dass <strong><a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;cd=1&amp;ved=0CBkQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fdju.verdi.de%2Fschwerpunkte%2Finformationsgesetz%2Fdata%2Fjourkon_10neu.pdf&amp;rct=j&amp;q=journalist%20ifg%20berufen&amp;ei=4SlgTMSEMcP-OerY4b0J&amp;usg=AFQjCNGJocrmIFrL3GjsU9-Pbjt_uOb-mA&amp;cad=rja" target="_blank">Journalistinnen oder Journalisten</a></strong> nicht auch nach § 4 Abs. 1 des Informationsfreiheitsgesestzes Nordrhein-Westfalen (IFG NRW ) den Zugang zu amtlichen Informationen erhalten k&#246;nnen. <strong>Als nat&#252;rliche Personen k&#246;nnen sie f&#252;r sich gleicherma&#223;en den allgemeinen Informationszugang beanspruchen.</strong> Zudem d&#252;rfen sie aufgrund ihrer Berufswahl im Verh&#228;ltnis zu anderen B&#252;rgerinnen und B&#252;rgern im Rahmen der Informationsbeschaffung nicht schlechter gestellt werden. Nach dem Pressegesetz besteht im &#220;brigen lediglich ein Auskunftsanspruch, dessen Art der Erf&#252;llung im Ermessen der Beh&#246;rde steht. Der presserechtliche Auskunftsanspruch wird durch das Informationsfreiheitsgesetz insoweit erg&#228;nzt, als die informationssuchende Person selbst grunds&#228;tzlich die Art und Weise der Information w&#228;hlen kann, also beispielsweise statt der Auskunft der Anspruch auf Einsicht in die Verwaltungsunterlagen geltend gemacht werden kann. Neben dem Auskunftsanspruch nach § 4 PresseG NRW ist in dem vorliegenden Fall der Informationszugang somit auch nach den allgemeinen Regelungen des IFG NRW zu gew&#228;hren.</p>
<p>Im &#220;brigen ist fraglich, auf welche Weise Sie Kenntnis von meiner journalistischen T&#228;tigkeit erlangt haben, habe ich meine Anfrage doch als nat&#252;rliche Person und nicht als Journalist gestellt und von einer regul&#228;ren privaten E-Mail-Adresse, die – ebenso wie der Inhalt meiner Anfrage – keinen R&#252;ckschluss auf meine journalistische T&#228;tigkeit zul&#228;sst, aus verschickt. An dieser Stelle erlaube ich mir ein Zitat aus dem letzten <a href="http://www.bfdi.bund.de/cae/servlet/contentblob/951004/publicationFile/63723/2TB08_09.pdf" target="_blank">T&#228;tigkeitsbericht</a> des Bundesbeauftragten f&#252;r den Datenschutz und Informationsfreiheit:</p>
<p><em>„Sofern das Informationsersuchen nicht begr&#252;ndet werden muss, sind etwaige <strong>Beweggr&#252;nde und Absichten des Antragstellers oder Informationen &#252;ber ihn v&#246;llig irrelevant</strong>. Solche Angaben d&#252;rfen bei der Bearbeitung des Antrages und der Entscheidung &#252;ber den Informationswunsch keine Rolle spielen. Wiederholt musste ich feststellen, dass Beh&#246;rden Nachforschungen &#252;ber die Antragsteller angestrengt hatten oder sich scheinbar von beruflichen oder pers&#246;nlichen Hintergr&#252;nden der Antragsteller beeinflussen lie&#223;en (vgl. Nr. 4.3.4, 4.11.5, 4.15.4). Das sog. &#8216;googeln&#8217; von Personen erschien ihnen in einigen F&#228;llen als legitimes Mittel, um sich ein erstes Urteil zu bilden.“</em></p>
<p>Selbst wenn ein Auskunftsanspruch auf der Grundlage des IFG NRW hier nicht gegeben w&#228;re, so muss ich auch ihren Ausf&#252;hrungen zum journalistischen Auskunftsanspruch widersprechen. Der presserechtliche Anspruch umfasst u. U. auch einen <strong>Anspruch auf Akteneinsicht, wenn aufgrund der Komplexit&#228;t der Materie nur auf diese Weise vollst&#228;ndige und wahrheitsgem&#228;&#223;e Sachverhaltskenntnis vermittelt werden kann</strong> (vgl. L&#246;ffler/Burkhardt, Presserecht, § 4 LPG Rz. 84). Im vorliegenden Fall kommt es gerade auf den Inhalt und den Wortlaut der genannten Dokumente, mit denen unter anderem die Veranstaltung Loveparade genehmigt wurde, an. Eine Auskunft &#252;ber einzelne Passagen w&#228;re nicht geeignet, um wahrheitsgem&#228;&#223;e Sachverhaltskenntnis zu erlangen. Zudem besteht nicht nur seitens der Opfer des Ungl&#252;cks vom 24. Juli 2010 und deren Angeh&#246;rigen, sondern auch seitens der &#214;ffentlichkeit ein sowohl erhebliches als auch berechtigtes Interesse an der Kenntnis des Inhalts der in Rede stehenden Dokumente.</p>
<p>In Bezug auf den von Ihnen geltend gemachten Ausnahmetatbestand nach <a href="https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_bes_text?anw_nr=2&amp;gld_nr=2&amp;ugl_nr=2250&amp;bes_id=4493&amp;menu=1&amp;sg=0&amp;aufgehoben=N&amp;keyword=Pressegsetz#det188991" target="_blank">§ 4 Abs. 2 Nr. 1 i. V. m. Nr. 3 PresseG NRW</a>, erlaube ich mir, Sie darauf hinzuweisen, dass nach dem Pressegesetz eine <strong>Auskunftspflicht von Beh&#246;rden gegen&#252;ber der Presse auch bei laufenden Verfahren</strong> besteht. Eine Ausnahme besteht nur, wenn die sachgerechte Durchf&#252;hrung des Verfahrens durch eine Auskunft vereitelt, erschwert, verz&#246;gert oder gef&#228;hrdert werden w&#252;rde. Diese Einschr&#228;nkung ist jedoch restriktiv und verfassungskonform in einer Weise, die dem verfassungsrechtlich fundierten Informationsanspruch der Medien gerecht wird, auszulegen (vgl. L&#246;ffler/Burkhardt, § 4 LPG Rz. 97). Bisher ist von Ihnen nicht konkretisiert worden, inwiefern eine Auskunftserteilung Auswirkungen auf die sachgerechte Durchf&#252;hrung des Verfahrens h&#228;tte.</p>
<p>Auch die T&#228;tigkeit von Polizei und Staatsanwaltschaften als Auspr&#228;gung hoheitlichen Handelns unterliegen in prinzipiell gleicher Weise der kritischen Beobachtung durch die Medien wie andere Bereiche staatlichen Handelns auch. Die Verantwortung f&#252;r Art und Umfang einer ver&#246;ffentlichten Information tr&#228;gt allein das jeweilige Medium, und die auskunftspflichtigen staatlichen Stellen sind prinzipiell nicht dazu berufen, ihr Ermessen hinsichtlich einer dem Gegenstand angemessenen Berichterstattung an die Stelle desjenigen der Medien zu setzen. <strong>Die Medien brauchen im Vorfeld der Berichterstattung mehr „Bewegungsfreiheit“ als bei der sp&#228;teren Ver&#246;ffentlichung</strong> (vgl. Steffen, AfP 1988, 117, 118), woran sich auch die Handhabung von Auskunftsersuchen in Ermittlungs-, Straf- und Verwaltungsverfahren orientieren muss. Es ist daher auch im Zusammenhang mit justizf&#246;rmigen Verfahren nicht zul&#228;ssig, die Entscheidung &#252;ber einen Auskunftsanspruch von einer beh&#246;rdlichen Prognose dar&#252;ber abh&#228;ngig zu machen, ob die Verwendung der erbetenen Auskunft in der Medienberichterstattung ihrerseits in gesch&#252;tzte Rechte der Betroffenen und insbesondere ihr Allgemeines Pers&#246;nlichkeitsrecht eingreifen wird (vgl. VG Berlin AfP 2000, 594). Auch die T&#228;tigkeit von Ermittlungs- und Verwaltungsbeh&#246;rden ist Gegenstand eines berechtigten Informationsinteresses der Medien und damit legitimer Gegenstand eines Auskunftsanspruchs (vgl. BVerwGE 35, 225; OVG L&#252;neburg NJW 1991, 445). Ich bitte Sie daher erneut um die &#220;bersendung von Abschriften der genannten Dokumente.</p>
<p>In der Hoffnung auf eine baldige Antwort verbleibt</p>
<p>mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p><em>(Hervorhebungen Carta)</em></p>
<p>Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg vom 13. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre weiteren Ausf&#252;hrungen vom 09.08.2010. Sie enthalten aber weiterhin keine Gesichtspunkte, die geeignet sein k&#246;nnten, ein anderes Ergebnis zu rechtfertigen bzw. die nicht schon im Vorfeld von mir entsprechend ber&#252;cksichtigt worden sind. Wie ich bereits am 09.08.2010 mitgeteilt hatte, entspricht die hiesige Auffassung im &#252;brigen auch der zumutbar recherchierbaren Rechtsprechung des hier zust&#228;ndigen VG D&#252;sseldorf in einem durchaus vergleichbaren Fall. Ich bitte daher um Ihr Verst&#228;ndnis, dass es insbesondere mit Blick auf das strafrechtliche Ermittlungsverfahren bei der Entscheidung bleibt, Ihnen &#8211; gleich, ob Sie sich auf § 4 PresseG oder auf § 4 IFG NRW berufen &#8211; die begehrten Abschriften nicht zu gew&#228;hren.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Meine Antwort darauf:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Nachricht. Bitte teilen Sie mir mit, auf welche Rechtssprechung des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf Sie sich beziehen. Hier ist keine entsprechende Rechtssprechung bekannt.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Soeben habe ich auch beim Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen Beschwerde gegen die Stadt Duisburg, das Polizeipr&#228;sidium Duisburg sowie die Staatsanwaltschaft Duisburg wegen der Nichterteilung der von mir beantragten Ausk&#252;nfte eingelegt.</p>
<p>16. August 2010:</p>
<p>Heute hat mich folgendes Schreiben des Polizeipr&#228;sidiums K&#246;ln erreicht, an welches das Polizeipr&#228;sidium Duisburg die <a href="http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,708500,00.html" target="_blank">Ermittlungen abgegeben</a> hat, um sich nicht dem Verdacht der Befangenheit auszusetzen und bei dem ich am 4. August ebenfalls Abschriften der in Rede stehenden Dokumente beantragt habe:</p>
<blockquote><p><strong>Informationsersuchen</strong></p>
<p><strong>Ihre E-Mail vom 04.08.2010</strong></p>
<p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>mit Ihrer o.a. E-Mail beantragen Sie auf der Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) die &#220;bersendung von Abschriften im Zusammenhang mit der Loveparade 2010 in Duisburg erstellter Schriftst&#252;cke.</p>
<p>Gem. § 4 Abs.2 IFG NRW gehen besondere Rechtsvorschriften, die &#252;ber den Zugang zu amtlichen Informationen, die Auskunftserteilung oder die Gew&#228;hrung von Akteneinsicht -also auch das &#220;berlassen von Abschriften dieser Informationen/Akten- bestehen, den Vorschriften dieses Gesetzes vor.</p>
<p>Die erbetenen Abschriften sind Bestandteil eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens. Ein Akteneinsichtsrecht sowie sonstiger Informationszugang richtet sich daher nach den Vorschriften der Strafprozessordnung (StPO) als besondere Vorschrift im vorgenannten Sinne.</p>
<p>Gem. § 478 Abs.1 StPO entscheidet demnach die Staatsanwaltschaft &#252;ber Ihren Antrag. Ich stelle anheim, sich an die f&#252;r dieses Verfahren zust&#228;ndige Staatsanwaltschaft Duisburg zu wenden.</p>
<p>Diese Auskunft ergeht geb&#252;hrenfrei.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute wie folgt geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX ,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihr Schreiben. Ich  darf Sie jedoch darauf hinweisen, dass das bei der Staatsanwaltschaft Duisburg  anh&#228;ngige Strafverfahren aus rechtlicher Sicht unerheblich f&#252;r eine  Auskunftserteilung im Zusammenhang mit Akten ist, die dem Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln vorliegen. Bitte teilen Sie mir daher mit, ob dem Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln  Abschriften der in Rede stehenden Dokumente vorliegen.</p>
<p>Mit freundlichen  Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Antwort des Polizeipr&#228;sidiums K&#246;ln vom 17. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>ich habe meinem Bescheid vom 10.08.2010 nichts hinzuzuf&#252;gen.</p>
<p>Mit freundlichem Gru&#223;</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>Gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg vom 19. August:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>bei meiner Entscheidung habe ich mich insbesondere an der Rechtsprechung der zust&#228;ndigen 26. Kammer des VG D&#252;sseldorf orientiert (etwa 26 L 1223/10), die mit den auch sonst &#252;blichen und bekannten Recherchem&#246;glichkeiten zumutbar ermittelt werden kann.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p>
<p>Stadt Duisburg<br />
Der Oberb&#252;rgermeister<br />
Rechtsamt</p></blockquote>
<p>Auf dieses Schreiben habe ich heute folgenderma&#223;en geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r die Angabe. Das von Ihnen genannte Urteil werde ich mir zukommen lassen und entsprechend pr&#252;fen. Da Sie schreiben, Sie h&#228;tten sich „insbesondere“ an der Rechtsprechung der 26. Kammer des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf orientiert und dabei „etwa“ am Urteil mit dem Aktenzeichen 26 L 1223/10, bitte ich Sie, mir auch die &#252;brige Rechtsprechung zu nennen, die Ihrer Rechtsauffassung entsprechen soll.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Am Montagmittag (23. August) habe ich folgende Nachricht des Landesbeauftragten f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit erhalten:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre E-Mail vom 13.08.2010, mit welcher Sie um Pr&#252;fung bitten, ob die Ablehnung Ihres Informationszugangsantrages zum Sicherheitskonzept bzw. den Sicherheitsbewertungen anl&#228;sslich der Loveparade durch die Staatsanwaltschaft Duisburg,<br />
das Polizeipr&#228;sidium Duisburg und die Stadt Duisburg nach dem Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) rechtm&#228;&#223;ig ist.</p>
<p>Hinsichtlich des Antrages auf Informationszugang bei der Staatsanwaltschaft Duisburg ist festzustellen, dass das IFG NRW gem&#228;&#223; § 2 Abs. 2 IFG NRW f&#252;r die Staatsanwaltschaften nur gilt, soweit sie Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Die nun im Zuge des Ungl&#252;cks auf der Loveparade aufgenommenen Untersuchungen sind keine Verwaltungsaufgaben, sondern staatsanwaltschaftliche Ermittlungst&#228;tigkeiten, sodass der Anwendungsbereich des IFG NRW gegen&#252;ber der Staatsanwaltschaft Duisburg nicht er&#246;ffnet ist.</p>
<p>Die Antragsablehnungen des Polizeipr&#228;sidiums Duisburg und der Stadt Duisburg sind nach den Regelungen des IFG NRW im Ergebnis nicht zu beanstanden: Gem&#228;&#223; § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG NRW ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Da ermittlungsrelevante Akten bei der Staatsanwaltschaft, wie oben ausgef&#252;hrt, bereits nicht dem Anwendungsbereich des IFG NRW unterfallen und damit nicht zug&#228;nglich sind, regelt § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG NRW den Parallelfall, dass die begehrten Informationen nicht nur<br />
bei der Staatsanwaltschaft, sondern auch bei anderen Beh&#246;rden vorliegen, so auch: Fran&#223;en /Seidel, Kommentar zum IFG NRW, § 6 Rn 728. Um die Ermittlungst&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaften umfassend zu sch&#252;tzen, wird durch diese Regelung auch den an-<br />
deren Beh&#246;rden aufgegeben, die betreffenden Akten nicht offenzulegen, soweit die T&#228;tigkeit der Staatsanwalt beeintr&#228;chtigt wird und solange das Ermittlungsverfahren andauert. Ansonsten liefe die im IFG NRW zum Schutz der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungst&#228;tigkeit angeordnete Bereichsausnahme f&#252;r die Staatsanwaltschaften leer.</p>
<p>Angesichts des Ungl&#252;cks auf der Loveparade und dem damit zusammenh&#228;ngenden gro&#223;en Interesse der Bev&#246;lkerung und der Medien kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bekanntwerden der angeforderten Informationen die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. In einem solchen Fall sieht das Gesetz vor, dass der Antrag solange abzulehnen ist, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Antragsablehnungen der Beh&#246;rden sind daher zur Zeit nach dem IFG NRW im Ergebnis nicht zu beanstanden.</p>
<p>Diese Erw&#228;gungen gelten im &#220;brigen auch f&#252;r Ihre mit E-Mail vom 16.08.2010 &#252;bersandte Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln.</p>
<p>Ich bedauere, Ihnen keine g&#252;nstigere Mitteilung machen zu k&#246;nnen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag</p>
<p>gez. XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Hierauf habe ich heute wie folgt geantwortet:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr XXXXXXXX,</p>
<p>vielen Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen vom 23. August, die ich jetzt vollst&#228;ndig pr&#252;fen konnte.</p>
<p>Es ist unstreitig, dass der Anwendungsbereich des IFG NRW in Bezug auf Ermittlungst&#228;tigkeiten von Staatsanwaltschaften nicht er&#246;ffnet ist. Meine Anfrage richtete sich jedoch zun&#228;chst am 24. Juli 2010 um 23.12 Uhr an das Polizeipr&#228;sidium Duisburg sowie am 25. Juli 2010 um 14.59 Uhr an die Stadtverwaltung Duisburg. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Duisburg wurden jedoch erst am 25. Juli 2010 aufgenommen, so dass ein Auskunftsanspruch nach dem IFG zumindest in Bezug auf meine Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium Duisburg zwischenzeitlich gegeben war.</p>
<p>Die Frage der zeitlichen Abfolge von Antragseingang und Aufnahme der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ist jedoch unerheblich, da der Ausnahmetatbestand des § 6 lit. a) Alt. 4 IFG NRW an besondere Voraussetzungen gekn&#252;pft ist, die im konkreten Fall nicht gegeben sind. Nach der genannten Vorschrift ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Die Vorschrift fordert eine Beeintr&#228;chtigung der &#246;ffentlichen Sicherheit oder Ordnung, die insbesondere durch die Beeintr&#228;chtigung der T&#228;tigkeit einer Staatsanwaltschaft vorliegen kann. Nach der allgemeinen polizei- und ordnungsrechtlichen Terminologie ist die Beeintr&#228;chtigung der Oberbegriff zu den Begriffen &#8220;Schaden&#8221; und &#8220;Bel&#228;stigung&#8221; bzw. &#8220;Nachteil&#8221; (Fran&#223;en/Seidel, § 6, Rn. 761). Allgemein kommt eine Beeintr&#228;chtigung im Sinne von Satz 1 lit. a) erst dann in Betracht, wenn negative Auswirkungen auf die aufgef&#252;hrten Belange bef&#252;rchtet werden m&#252;ssen. Es bedarf einer konkreten Feststellung im Einzelfall, dass es zu einer Beeintr&#228;chtigung durch die beantragte Gew&#228;hrung von Informationszugang k&#228;me (Fran&#223;en/Seidel, § 6, Rn. 762).</p>
<p>Weder die Stadtverwaltung Duisburg noch das Polizeipr&#228;sidium Duisburg hat bisher dargelegt, inwiefern eine derartige Beeintr&#228;chtigung durch die Informationserteilung w&#252;rde oder k&#246;nnte. Dass eine Beeintr&#228;chtigung der T&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaft Duisburg durch eine Informationserteilung eintreten w&#252;rde, ist indes auch zweifelhaft; die Beeinflussung von Zeugen oder die Vernichtung von Beweismitteln ist nicht zu bef&#252;rchten. Im Gegenteil l&#228;sst sich sogar argumentieren, dass eine Offenlegung der Dokumente f&#246;rderlich f&#252;r die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sein kann, in dem beispielsweise Augenzeugen erst durch die Kenntnisnahme der Dokumente bef&#228;higt werden, sachdienliche Hinweise zu geben, die f&#252;r die Ermittlungen relevant sind. Eine Beeintr&#228;chtigung kann zumindest in Bezug auf diejenigen Dokumente, die bereits frei im Internet kursieren, ausgeschlossen werden.</p>
<p>Ich bitte Sie daher, die Stadtverwaltung Duisburg sowie das Polizeipr&#228;sidium Duisburg aufzufordern, darzulegen, inwiefern eine Informationserteilung die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen beeintr&#228;chtigen soll.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Marvin Oppong</p></blockquote>
<p>Am Dienstag (24. August) erhielt ich die folgende Antwort des Rechtsamtes der Stadt Duisburg:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>wie ich bereits in meinen bisherigen E-Mails ausgef&#252;hrt habe, ist die einschl&#228;gige Rechtsprechung zum IFG NRW bzw. zum PresseG mit zumutbarem Aufwand zu ermitteln. Es besteht daher kein Anspruch, &#252;ber die schon mitgeteilten Entscheidungen des OVG NRW bzw. VG D&#252;sseldorf hinaus eine Auflistung s&#228;mtlicher zugrundegelegter Entscheidungen &#8211; die i. &#252;. alle im Internet ver&#246;ffentlicht sind &#8211; zu erstellen und Ihnen zukommen zu lassen.</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p>Im Auftrag</p>
<p>XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Heute erhielt ich folgende Nachricht vom Verwaltungsgericht D&#252;sseldorf, bei dem ich am 19. August um &#220;bersendung des von der Stadtverwaltung Duisburg genannten Urteils, das ich im Internet nicht finden konnte, gebeten hatte:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p>die von Ihnen angeforderte noch nicht rechtskr&#228;ftige Entscheidung vom 04.08.2010 &#8211; Az. 26 L 1223/10 &#8211; ist aufgrund Ihrer Anfrage im Internet in die &#246;ffentlich zug&#228;ngliche Rechtspre­chungsdatenbank www.nrwe.de eingestellt worden und kann dort abgerufen und ausgedruckt werden.</p>
<p>Die erfassten Entscheidungen der Gerichte in Nordrhein-Westfalen sind anonymisiert im Volltext eingestellt. F&#252;r die Recherchen stehen umfangreiche Suchhilfen zur Verf&#252;gung, die ausf&#252;hrlich in der Hilfe (Aufruf &#252;ber die gleichlautende Schaltfl&#228;che) beschrieben werden. Sollten Sie wider Erwarten nicht &#252;ber einen Internet-Zugang verf&#252;gen, wird um Hinweis gebeten.</p>
<p>Das Verfahren ist zur Zeit in der Rechtsmittelinstanz anh&#228;ngig (OVG M&#252;nster &#8211; Az.: noch nicht bekannt -).</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en<br />
Im Auftrag<br />
XXXXXXXX</p></blockquote>
<p>Vor dem Hintergrund dieses Schreibens &#252;berrascht die Aussage des Mitarbeiters des Rechtsamtes der Stadt  Duisburg vom 19. August, wonach das von ihm genannte Urteil des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf angeblich &#8220;mit zumutbarem Aufwand zu ermitteln&#8221; gewesen sei. Vor allem aber belegt die Antwort des Verwaltungsgerichts D&#252;sseldorf, dass der Mitarbeiter der Stadt Duisburg seine Rechtsauffassung mit einem Urteil begr&#252;ndete, das noch nicht einmal rechtskr&#228;ftig ist.</p>
<div style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">LIGA Bank blickt zuversichtlich auf das Gesch&#228;ftsjahr 2009<!--[if gte mso 9]&gt;  Falter 10.6858  &lt;![endif]--><!--[if gte mso 9]&gt;  Normal 0 21       MicrosoftInternetExplorer4  &lt;![endif]--><!--  /* Style Definitions */  p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal 	{mso-style-parent:""; 	margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:12.0pt; 	font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-language:EN-US;} p.MsoPlainText, li.MsoPlainText, div.MsoPlainText 	{margin:0cm; 	margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:"Courier New"; 	mso-fareast-font-family:"Times New Roman"; 	mso-fareast-language:EN-US;} @page Section1 	{size:612.0pt 792.0pt; 	margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; 	mso-header-margin:36.0pt; 	mso-footer-margin:36.0pt; 	mso-paper-source:0;} div.Section1 	{page:Section1;} --><!--[if gte mso 10]&gt; &lt;!   /* Style Definitions */  table.MsoNormalTable 	{mso-style-name:&quot;Normale Tabelle&quot;; 	mso-tstyle-rowband-size:0; 	mso-tstyle-colband-size:0; 	mso-style-noshow:yes; 	mso-style-parent:&quot;&quot;; 	mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; 	mso-para-margin:0cm; 	mso-para-margin-bottom:.0001pt; 	mso-pagination:widow-orphan; 	font-size:10.0pt; 	font-family:&quot;Times New Roman&quot;;} --> <!--[endif]--></p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Sehr geehrter Herr Oppong,</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">vielen Dank f&#252;r Ihre E-Mail vom 13.08.2010, mit welcher Sie um</p>
<p class="MsoPlainText">Pr&#252;fung bitten, ob die Ablehnung Ihres Informationszugangsantra-</p>
<p class="MsoPlainText">ges zum Sicherheitskonzept bzw. den Sicherheitsbewertungen</p>
<p class="MsoPlainText">anl&#228;sslich der Loveparade durch die Staatsanwaltschaft Duisburg,</p>
<p class="MsoPlainText">das Polizeipr&#228;sidium Duisburg und die Stadt Duisburg nach dem</p>
<p class="MsoPlainText">Informationsfreiheitsgesetz Nordrhein-Westfalen (IFG NRW) recht-</p>
<p class="MsoPlainText">m&#228;&#223;ig ist.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Hinsichtlich des Antrages auf Informationszugang bei der Staats-</p>
<p class="MsoPlainText">anwaltschaft Duisburg ist festzustellen, dass das IFG NRW gem&#228;&#223;</p>
<p class="MsoPlainText">§ 2 Abs. 2 IFG NRW f&#252;r die Staatsanwaltschaften nur gilt, soweit</p>
<p class="MsoPlainText">sie Verwaltungsaufgaben wahrnehmen. Die nun im Zuge des Un-</p>
<p class="MsoPlainText">gl&#252;cks auf der Loveparade aufgenommenen Untersuchungen sind</p>
<p class="MsoPlainText">keine Verwaltungsaufgaben, sondern staatsanwaltschaftliche Er-</p>
<p class="MsoPlainText">mittlungst&#228;tigkeiten, sodass der Anwendungsbereich des IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW gegen&#252;ber der Staatsanwaltschaft Duisburg nicht er&#246;ffnet</p>
<p class="MsoPlainText">ist.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Die Antragsablehnungen des Polizeipr&#228;sidiums Duisburg und der</p>
<p class="MsoPlainText">Stadt Duisburg sind nach den Regelungen des IFG NRW im Er-</p>
<p class="MsoPlainText">gebnis nicht zu beanstanden: Gem&#228;&#223; § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW ist der Antrag auf Informationszugang abzulehnen, soweit</p>
<p class="MsoPlainText">und solange das Bekanntwerden der Information die T&#228;tigkeit der</p>
<p class="MsoPlainText">Staatsanwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. Da ermittlungsrele-</p>
<p class="MsoPlainText">vante Akten bei der Staatsanwaltschaft, wie oben ausgef&#252;hrt, be-</p>
<p class="MsoPlainText">reits nicht dem Anwendungsbereich des IFG NRW unterfallen und</p>
<p class="MsoPlainText">damit nicht zug&#228;nglich sind, regelt § 6 Buchstabe a) Alt. 4 IFG</p>
<p class="MsoPlainText">NRW den Parallelfall, dass die begehrten Informationen nicht nur</p>
<p class="MsoPlainText">bei der Staatsanwaltschaft, sondern auch bei anderen Beh&#246;rden</p>
<p class="MsoPlainText">vorliegen, so auch: Fran&#223;en /Seidel, Kommentar zum IFG NRW,</p>
<p class="MsoPlainText">§ 6 Rn 728. Um die Ermittlungst&#228;tigkeit der Staatsanwaltschaften</p>
<p class="MsoPlainText">umfassend zu sch&#252;tzen, wird durch diese Regelung auch den an-</p>
<p class="MsoPlainText">deren Beh&#246;rden aufgegeben, die betreffenden Akten nicht offen-</p>
<p class="MsoPlainText">zulegen, soweit die T&#228;tigkeit der Staatsanwalt beeintr&#228;chtigt wird</p>
<p class="MsoPlainText">und solange das Ermittlungsverfahren andauert. Ansonsten liefe</p>
<p class="MsoPlainText">die im IFG NRW zum Schutz der staatsanwaltschaftlichen Ermitt-</p>
<p class="MsoPlainText">lungst&#228;tigkeit angeordnete Bereichsausnahme f&#252;r die Staatsan-</p>
<p class="MsoPlainText">waltschaften leer.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Angesichts des Ungl&#252;cks auf der Loveparade und dem damit zu-</p>
<p class="MsoPlainText">sammenh&#228;ngenden gro&#223;en Interesse der Bev&#246;lkerung und der</p>
<p class="MsoPlainText">Medien kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Bekannt-</p>
<p class="MsoPlainText">werden der angeforderten Informationen die T&#228;tigkeit der Staats-</p>
<p class="MsoPlainText">anwaltschaft beeintr&#228;chtigen w&#252;rde. In einem solchen Fall sieht</p>
<p class="MsoPlainText">das Gesetz vor, dass der Antrag solange abzulehnen ist, bis die</p>
<p class="MsoPlainText">Ermittlungen abgeschlossen sind. Die Antragsablehnungen der</p>
<p class="MsoPlainText">Beh&#246;rden sind daher zur Zeit nach dem IFG NRW im Ergebnis</p>
<p class="MsoPlainText">nicht zu beanstanden.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Diese Erw&#228;gungen gelten im &#220;brigen auch f&#252;r Ihre mit E-Mail vom</p>
<p class="MsoPlainText">16.08.2010 &#252;bersandte Anfrage an das Polizeipr&#228;sidium K&#246;ln.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Ich bedauere, Ihnen keine g&#252;nstigere Mitteilung machen zu k&#246;n-</p>
<p class="MsoPlainText">nen.</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</p>
<p class="MsoPlainText">Im Auftrag</p>
<p class="MsoPlainText">
<p class="MsoPlainText">gez. Seelen</p>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>“Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung”: Die FDP rechnet sich Steuereinnahmen sch&#246;n</title>
		<link>http://carta.info/31283/warum-luegen-die-liberalen-zu-steuereinnahmen/</link>
		<comments>http://carta.info/31283/warum-luegen-die-liberalen-zu-steuereinnahmen/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Jul 2010 13:01:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Steuersenkungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FDP wirbt bei den W&#228;hlern mit einer t&#228;uschenden Grafik f&#252;r Steuersenkungen. Die Grafik, die auch FDP-Spitzenpolitiker nutzten, wird von SPD, Linke und Gr&#252;nen kritisiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Die Steuersch&#228;tzung best&#228;tigt: Spielr&#228;ume f&#252;r Entlastung sind da“ hei&#223;t es in blauen Lettern auf gelbem Hintergrund auf dem <a href="http://www.fdp-bundespartei.de/files/1410/Flugblatt_Steuerschaetzung.pdf" target="_blank">&#8220;Flugblatt Steuersch&#228;tzung&#8221;</a> der FDP. Darauf sind zwei nebeneinander abgebildete Balken zu sehen, die verdeutlichen sollen, dass die Steuereinnahmen von 2005 bis 2013 um 109,3 Mrd. Euro auf 561,3 Mrd. Euro steigen werden. Die Steigerung von 24,2 Prozent soll die Grundlage f&#252;r die von der FDP hei&#223; ersehnten Steuersenkungen bilden.</p>
<p>Doch was die L&#228;ngenverh&#228;ltnisse der beiden Balken angeht, hat sich jemand bei den Liberalen geh&#246;rig verrechnet. Der rechte Balken, der verdeutlichen soll, wie hoch die Steuereinnahmen steigen werden, ist ein ganzes Viertel l&#228;nger, als er den Zahlen nach sein d&#252;rfte.</p>
<p>Der W&#252;rzburger &#214;konomen <a href="http://www.vwl.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/vwl1/team/bofinger/" target="_blank">Peter Bofinger</a>, Mitglied des <a href="http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/" target="_blank">Sachverst&#228;ndigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Lage</a>, kritisiert: „Das ist hochgradig unseri&#246;s“. Die FDP-Grafik sei ein „schlimmer Taschenspielertrick“, so Bofinger. Zudem unterstelle die FDP, dass 2005 „alles im gr&#252;nen Bereich gewesen sei“. Die Einnahmen des Staates seien jedoch „schon im Jahr 2005 unzureichend gewesen, weil der Staat ein Defizit hatte von 74 Milliarden“. Au&#223;erdem ber&#252;cksichtige die FDP-Grafik nicht die Inflation. „Wenn man das auf die Kaufkraft von 2005 zur&#252;ckrechnet, sind die 561 Milliarden bei einer j&#228;hrlichen Inflationsrate von 1,5 Prozent nur 498 Milliarden wert“, wei&#223; der &#214;konom.</p>
<p><a href="http://www.dietmar-bartsch.de/" target="_blank">Dietmar Bartsch</a>, stellvertretender Vorsitzender der Bundesfraktion Die Linke, findet: „Wie im Wahlkampf zu den Bundestagswahlen t&#228;uscht die FDP die B&#252;rgerinnen und B&#252;rger &#252;ber die M&#246;glichkeit von Steuersenkungen.“ Im ersten Regierungsjahr der FDP sei das Steuersystem weder einfacher noch gerechter geworden; niedrige Steuern zahlten nur reiche Hoteliers, so Bartsch.</p>
<p>Der SPD-Haush&#228;lter <a href="http://www.carsten-schneider.de/cms/index.php" target="_blank">Carsten Schneider</a> sagt, die FDP-Pr&#228;sentation sei „der letzte verzweifelte Versuch der FDP vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen“ gewesen, um „die W&#228;hlerinnen und W&#228;hler f&#252;r dumm zu verkaufen und ihnen einzureden, es gebe Spielr&#228;ume f&#252;r Steuersenkungen.“  Zudem sieht man in der FDP-Grafik sogar eine „bewusste Irref&#252;hrung und versuchte T&#228;uschung der W&#228;hlerinnen und W&#228;hler“.</p>
<div id="attachment_31285" class="wp-caption alignright" style="width: 223px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP.jpg" rel="shadowbox[post-31283];player=img;"><img class="size-medium wp-image-31285" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Christian-Lindner-FDP-213x300.jpg" alt="Christian-Lindner-FDP" width="213" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Christian Lindner, FDP (Foto: Kowalke/FDP)</p></div>
<p>Auch <a href="http://www.alexander-bonde.de/" target="_blank">Alexander Bonde</a>, haushaltspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Obmann im Haushaltsausschuss, sieht die FDP-Grafik kritisch: „In Zeiten einer Rekordverschuldung und wichtiger Investitionsaufgaben zur &#246;kologischen Modernisierung unserer Volkswirtschaft gibt es keinen Spielraum f&#252;r Steuersenkungen – an dieser Tatsache &#228;ndern auch FDP-Grafiken nichts.“</p>
<p>Am Tag der letzten offiziellen Steuersch&#228;tzung am 6. Mai gab der FDP-Generalsekret&#228;r <a href="http://www.christian-lindner.de/" target="_blank">Christian Lindner</a> im Foyer des Thomas-Dehler-Hauses in Berlin, wo die FDP ihre Parteizentrale hat, ein <a href="http://www.flickr.com/photos/liberale/4584060160/" target="_blank">&#8220;Presse-Statement&#8221;</a> ab. Dabei hielt Christian Lindner die t&#228;uschenden Balken in die Kameras. Bei der Aktion waren unter anderem Journalisten von ARD, Deutsche Welle, ZDF, ProSiebenSat.1 und dpa zugegen. In der <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts19212.html" target="_blank">20-Uhr-Ausgabe der Tagesschau</a> war Lindner mit dem Plakat in der Hand zu sehen, die umstrittenen Balken waren jedoch au&#223;erhalb des Bildbereichs.</p>
<div id="attachment_31286" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP.jpg" rel="shadowbox[post-31283];player=img;"><img class="size-full wp-image-31286" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/07/Andreas-Pinkwart-FDP-e1280311355485.jpg" alt="Andreas-Pinkwart-FDP" width="560" height="373" /></a><p class="wp-caption-text">Andreas Pinkwart beim 61. Bundesparteitag der FDP in K&#246;ln (Foto: FDP)</p></div>
<p>Der FDP-Vize <a href="http://www.andreas-pinkwart.de/" target="_blank">Andreas Pinkwart</a>, bis letzte Woche Mittwoch stellvertretender Ministerpr&#228;sident in NRW, hielt auf dem FDP-Bundesparteitag am 24. April &#252;ber eine Minute lang eine &#228;hnliche Grafik <a href="http://www.youtube.com/watch?v=nf30F-_h4tg" target="_blank">in die Kameras</a>. Auch sie zeigte den Einnahmenzuwachs des Staates von und verwendete dazu ebenfalls zwei nebeneinander abgebildete Balken. Diese zufolge sollte der Gesamtstaat von 2005 bis 2013 sogar einen „Einnahmezuwachs von 27 Prozent“ erwarten k&#246;nnen, wie Pinkwart prophezeite.</p>
<p>Was die Frage der Realisierbarkeit der von ihr geforderten Steuersenkungen vor dem Hintergrund niedriger Staatseinnahmen angeht, stand die FDP zum Zeitpunkt von Pinkwarts Rede extrem unter Druck. Zwei Wochen sp&#228;ter, am 9. Mai, fand n&#228;mlich die NRW-Landtagswahl statt. Zwischenzeitlich war von der Regierung sogar &#252;berlegt worden, den Termin der anstehenden Steuersch&#228;tzung, bei der erhebliche Mindereinnahmen nicht ausgeschlossen wurden, auf einen Zeitpunkt nach der NRW-Landestagswahl zu terminieren.</p>
<p>Die <a href="http://www.bundesfinanzministerium.de/lang_de/nn_54180/DE/BMF__Startseite/Multimedia/20100506-Steuerschaetzung__artikel.html" target="_blank">Steuersch&#228;tzung</a> brachte dann ein Ergebnis, das die Steuersenkungspl&#228;ne der FDP st&#246;rt: Der Sch&#228;tzung zufolge hat der Staat bis 2013 mit Mindereinnahmen in H&#246;he von 38,9 Milliarden Euro zu rechnen. Die FDP, die zu ihrem Flugblatt auf Anfrage nicht Stellung nehmen wollte, behauptet auf ihrem Flugblatt Steuersch&#228;tzung, das sie im Internet zum Download bereith&#228;lt, jedoch: „Der &#246;ffentlichen Hand stehen weiter Einnahmen in Rekordh&#246;he zur Verf&#252;gung“.
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VIII</title>
		<link>http://carta.info/31142/investigativer-journalismus-presseschau-viii/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 22:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Wikileaks]]></category>

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		<description><![CDATA[Presseschau vom 25. Juni bis zum 27. Juli 2010 u.a. mit: Neugr&#252;ndung von Investigativ-Teams, Wikileaks, G&#252;nter Wallraff, Frontal 21 mit Bahn-St&#246;rfallbericht und der Jahrestagung des Netzwerk Recherche. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a740ef56d6e5448fac219fb5ddcf8d23" alt="" width="1" height="1" /><strong>Investigativ-Teams</strong></p>
<p>Nachdem die <em>S&#252;ddeutsche</em> schon seit l&#228;ngerem ein eigenes Investigativ-Team hat und bei der <em>WAZ</em> im April die Gr&#252;ndung eines neuen Rechercheteams bekannt wurde, haben in k&#252;rzester Zeit der <em>Stern</em> (<a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/stern-grndet-investigative-elite-truppe_100028755.html" target="_blank">Meedia</a>), die <em>Welt</em> (<em><a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article8348398/Neues-Investigativ-Team.html" target="_blank">Welt</a></em>, <a href="http://www.dwdl.de/story/26807/welt_dockt_investigativressort_an_chefredaktion_an/" target="_blank">DWDL.de</a>) und dapd (<a href="http://kress.de/alle/detail/beitrag/105130-die-spuernasen-von-dapd-thomas-rietig-und-olaf-jahn-leiten-sources.html" target="_blank">kress.de</a>) die Bildung von neuen Investigativ-Reporterteams bekannt gegeben. Lesenswert: <em><a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/Investigativ-Teams-Was-steckt-hinter-den-Gruendungen-von-Rechercheressorts%3F_93648.html" target="_blank">Horizont.net</a></em> hat Vertreter von <em>WAZ</em>, <em>Welt</em>, dapd und <em>Stern</em> zum neuen Trend der Bildung von investigativen Rechercheeinheiten interviewt.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Einem US-Soldat drohen 55 Jahre Haft, weil er ein heikles Irak-Video an Wikleaks weitergegeben haben soll, berichten <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,705068,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/anklage-vor-us-kriegsgericht-wikileaks-verdaechtigem-drohem-jahre-haft-1.971241" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/anklage-wegen-wikileaks-video/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2010-07/wikileaks-militaer-geheimvideo" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/us-soldat_wegen_weitergabe_von_irak-video_an_wikileaks_angeklagt_1.6447266.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em>.</p>
<p>Die Spenden- und Finanzpolitik von Wikileaks war Thema bei <em><a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-07/wikileaks-spenden-transparenz" target="_blank">ZEIT ONLINE</a></em> und <em><a href="http://www.freitag.de/politik/1027-wir-zahlen-den-wikileaks-leuten-kein-gehalt" target="_blank">Der Freitag</a></em>. &#8220;Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?&#8221; hie&#223; es ebenfalls im <em><a href="Informant enttarnt? Unkontrollierte Finanzen? Unsichere Technik?" target="_blank">Freitag</a></em>. Ebenfalls <a href="http://www.freitag.de/politik/1028-wir-muessen-das-wachstum-bewaeltigen" target="_blank">dort</a>, ein Interview mit Daniel Schmitt von Wikileaks, w&#228;hrend <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-kopf-julian-assange-wir-stehen-unter-beobachtung-1.976720" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em> und <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,708464,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em> Julian Assange von Wikileaks interviewte.</p>
<p>Zuletzt hat Wikileaks rund 77.000 zumeist geheime Dokumente ver&#246;ffentlicht, die der <em>Spiegel</em>, die <em>New York Times</em> und der <em>Guardian</em> vorher gesichtet und analysiert haben, wie <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708516,00.html#ref=nldt" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/doppelter-triumph/" target="_blank">taz</a></em>, <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/enthuellung-von-wikileaks-geheime-afghanistan-protokolle-offengelegt-1.979452" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>, der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/wikileaks-duepiert-usa-mit-geheimen-afghanistan-akten/1890998.html" target="_blank">Der Tagesspiegel</a></em> und <em><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/politik/Verteidigungsministerium-prueft-Wikileaks-Berichte-id3286069.html" target="_blank">DerWesten</a></em> berichten. Die <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video744728.html" target="_blank">Tagesschau</a> interviewte Daniel Schmitt von Wikileakszu dem Thema. <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt Online</a></em> meint, die Pentagon-Papers seien relevanter gewesen als die Afghanistan-Papiere es seien. <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/schon-lnger-in-verbindung-zu-wikileaks_100029309.html" target="_blank">Meedia</a> interviewte den Spiegel-Chefredakteur Georg Mascolo, der sich auch gegen&#252;ber der dpa <a href="http://www.cio.de/news/wirtschaftsnachrichten/2241610/" target="_blank">&#228;u&#223;erte</a>, zur Zusammenarbeit des Spiegel mit Wikileaks.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass der WDR Szenen eines Films, in denen G&#252;nter Wallraff in seiner Rolle als Hans Esser zu sehen ist, unter Verschluss h&#228;lt. G&#252;nter Wallraff erz&#228;hlte dem Magazin <a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/507795" target="_blank">jetzt </a>der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em> etwas &#252;ber seine Inspiration durch Heinrich B&#246;ll bei seinem Werk &#8220;Der Aufmacher&#8221;. Wallraff und B&#246;ll sind auch Thema im <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1278663516399.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>. Mit einer Stiftung f&#246;rdert G&#252;nter Wallraff jetzt Undercover-Recherchen von Nachwuchsjournalisten, wie bei <em><a href="http://www.derwesten.de/kultur/Enthuellungsjournalist-Wallraff-foerdert-Nachwuchs-id3219331.html" target="_blank">DerWesten</a></em> zu lesen ist.</p>
<h4><strong>Frontal 21</strong></h4>
<p>Weil die Bahn behauptet, in ihrem &#252;berhitzten ICE seien es nicht 70 Grad gewesen, ver&#246;ffentlichte das ZDF-Magazin Frontal 21 eine PDF mit einem Original-St&#246;rfallbericht, in dem von 70 Grad die Rede ist, wie <a href="http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/31/0,3672,8091935,00.html" target="_blank">heute.de</a>, <em><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,707895,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0724/medien/0132/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em> berichten. Frontal 21 hatte <a href="http://frontal21.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,8091059,00.html" target="_blank">hier</a> selbst ausf&#252;hrlich &#252;ber die Hitzepanne berichtet.</p>
<h4><strong>Netzwerk Recherche</strong></h4>
<p>Der NDR-Intendant Lutz Marmor hat auf der Jahrestagung von Netzwerk Recherche an die Journalistinnen und Journalisten  in Deutschland <a href="http://www.presseportal.de/pm/6561/1645887/ndr_norddeutscher_rundfunk" target="_blank">appelliert</a>, sich bei ihrer investigativen Arbeit nicht  von juristischen Gegenma&#223;nahmen einsch&#252;chtern zu lassen. Einen l&#228;ngeren Bericht &#252;ber die Jahrestagung brachte der <em><a href="http://www.tagesspiegel.de/medien/gute-zeiten-schlechte-seiten/1880172.html;jsessionid=A5F7E5F59E7E8FCBBA44E076ED1140A1e" target="_blank">Tagesspiegel</a></em>.
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		<item>
		<title>B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!</title>
		<link>http://carta.info/30586/buerger-nutzt-die-informationsfreiheit/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 15:02:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Revolution in Richtung Transparenz: Das Informationsfreiheitsgesetz. Doch ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit: Eine Kultur der Informationserteilung h&#228;ngt auch von B&#252;rgern und Journalisten ab, die das Recht nutzen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6a5193bc5c104b3c9f56979e1fe58922" alt="" width="1" height="1" />Ohne Demokraten keine Demokratie – ohne wissbegierige Antragsteller keine Informationsfreiheit. Von den deutschen Bundesb&#252;rgern d&#252;rften viele das seit 2006 geltende <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/ifg/" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Informationsfreiheitsgesetz" target="_blank">IFG</a>) gar nicht kennen. Dabei ist das Gesetz, das daf&#252;r sorgt, dass das Amtsgeheimnis nicht mehr absolut gilt und eine Beh&#246;rde die Herausgabe von Informationen nur in bestimmten Ausnahmef&#228;llen verweigern darf, ein wahre Revolution in Bezug auf Transparenz.</p>
<p>Es erm&#246;glicht B&#252;rgern, von der lokalen Verwaltung Informationen &#252;ber anstehende Bauprojekte erhalten oder verhilft Journalisten, an einen wichtigen Vermerk eines Ministeriums zu gelangen. Ein B&#252;rger beantragte beispielsweise auf der Grundlage des IFG Auskunft dar&#252;ber, wer die Sponsoren der Amtskette des D&#252;sseldorfer Oberb&#252;rgermeisters sind – es waren der Chemiekonzern Bayer und zwei lokale Kreditinstitute. Er musste f&#252;r diese Information sein Recht auf Akteneinsicht <a href="http://www.telemedicus.info/urteile/Datenschutzrecht/Informationsfreiheit/503-VG-Duesseldorf-Az-26-K-416303-Amtskette-des-Buergermeister.html" target="_blank">einklagen</a>.</p>
<p>Denn viele Beh&#246;rden haben das alte Amtsgeheimnis noch nicht &#252;berwunden und geben nur <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundesbehoerden-handhaben-Informationsfreiheit-zunehmend-restriktiv-206169.html" target="_blank">widerwillig Auskunft</a>. Der Bundesbeauftragte f&#252;r Datenschutz und Informationsfreiheit, Peter Schaar, beschwerte sich sogar Anfang Mai in der <a href="http://www.tagesschau.de/inland/informationsfreiheit100.html" target="_blank">Tagesschau</a> dar&#252;ber, dass viele Beh&#246;rden zu intensiv von Ausnahmeregeln wie dem Schutz von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen Gebrauch machen.</p>
<p>Je l&#228;nger das Gesetz in Kraft ist und je mehr Antr&#228;ge gestellt werden, desto eher wird sich eine <strong>Kultur der offenen Informationserteilung</strong> einstellen. Doch wie schnell dies der Fall ist, h&#228;ngt auch davon ab, wie intensiv B&#252;rger und Journalisten von dem neuen Gesetz Gebrauch machen. Deswegen ist falsche Scheu in Sachen Informationsfreiheit fehl am Platz. Einen <strong>IFG-Antrag</strong> zu stellen ist n&#228;mlich keine blo&#223;e M&#246;glichkeit, die die Verwaltung aus Kulanz einr&#228;umt, sondern <strong>ein B&#252;rgerrecht erster Klasse</strong>. Dennoch stellten &#252;ber 82 Millionen Bundesb&#252;rger im Jahr 2008 nur 1.548 Antr&#228;ge nach dem Bundes-IFG &#8211; Anfragen von Journalisten mit eingeschlossen.</p>
<p>Allerdings muss immer ber&#252;cksichtigt werden, dass die Bearbeitung von Antr&#228;gen nach dem IFG auch Aufwand bei der Beh&#246;rde erzeugt und ganze Apparate l&#228;hmen kann. Ganz unabh&#228;ngig davon, ob der Antragsteller sp&#228;ter &#252;ber eine Geb&#252;hr daf&#252;r aufkommt oder nicht.</p>
<p>Dies ist aber auch schon ein entscheidender Punkt: Nach dem IFG k&#246;nnen f&#252;r Anfragen – in der Praxis teils erhebliche – <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-streitet-ueber-Kosten-fuer-Informationsfreiheit-177142.html" target="_blank">Geb&#252;hren</a> erhoben werden. Zwar sieht etwa das schleswig-holsteinische IFG eine Geb&#252;hrenbefreiung f&#252;r gemeinn&#252;tzige Organisationen vor und auch Journalisten haben das Gl&#252;ck, dass sie mit ihren Fragen das &#246;ffentliche Interesse vertreten und damit unter die <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/files/ifg-kommentar-text.pdf" target="_blank">Geb&#252;hrenausnahmeregelung</a> gefasst werden k&#246;nnen. Wegen der Vielzahl und der Art ihrer kritischen Anfragen haben Journalisten jedoch auch h&#228;ufiger das Nachsehen bei den Beh&#246;rden, wenn es um die Auskunftserteilung geht.</p>
<p>Denn genauso wie Pressestellen von Beh&#246;rden filtern sollen, was f&#252;r Informationen an die &#214;ffentlichkeit gelangen, halten sie auch peinlich ihre Hand &#252;ber das, was im Rahmen von IFG-Antr&#228;gen an  Informationen ihr Haus verl&#228;sst. Jeder ordnungsgem&#228;&#223; bearbeitete Antrag nach dem <a href="http://www.informationsfreiheitsgesetz.net/blog" target="_blank">Informationsfreiheitsgesetz</a> kann aus Sicht einer Beh&#246;rde der Ausl&#246;ser f&#252;r <strong>unliebsame mediale Berichterstattung</strong> sein.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck bietet der Bundesbeauftragte f&#252;r Informationsfreiheit mit seiner Ombudsfunktion die M&#246;glichkeit, die Bearbeitung von IFG-Anfragen durch Beh&#246;rden zu &#252;berpr&#252;fen und gegebenenfalls einzuschreiten. Ein <strong>Weisungsrecht</strong>, welches eigentlich das Entscheidende w&#228;re und deshalb dringend einzuf&#252;hren ist, hat er allerdings nicht.</p>
<p>Was das Verh&#228;ltnis zwischen dem eigenen Aufwand, immer wieder nachzuhaken, dem erzeugten Verwaltungsaufwand und berechtigtem Interesse angeht, bleibt es immer eine Abw&#228;gungsfrage, ob man einen IFG-Antrag wirklich stellen sollte. Wer wei&#223; – vielleicht wird das beantragte Dokument ja kurze Zeit sp&#228;ter <strong>Wikileaks</strong> zugespielt und dort frei ver&#246;ffentlicht. So erging es J&#246;rg Tauss, der 2008 sogar <a href="http://jaccomat.net/net/jtauss/index.php/index.php?nr=587&amp;menu=1" target="_blank">klagte</a>, weil er die die Toll-Collect-Vertr&#228;ge nicht einsehen durfte. <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1632790/" target="_blank">Sp&#228;ter</a> standen sie bei <a href="http://wikileaks.org/wiki/Toll_Collect_Vertraege%2C_2002" target="_blank">Wikileaks</a>.</p>
<p>Das ist jedoch eher die Ausnahme. Und da die rund 50.000 Journalistinnen und Journalisten in Deutschland die Arbeit der Politik und die von &#252;ber 4,1 Millionen Staatsbediensteten in Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen nicht alleine kontrollieren k&#246;nnen, braucht kritischer Journalismus kritische und interessierte B&#252;rgerinnen und B&#252;rger.</p>
<p>In diesem Sinne: B&#252;rger, nutzt die Informationsfreiheit!
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		<title>Wie das Wirtschaftsministerium INSM-nahe Projekte f&#246;rdert</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 14:57:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Ministerium von Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&#252;derle (FDP) hat ein Projekt gef&#246;rdert, an dem der F&#246;rderverein der umstrittenen Lobbyorganisation Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) beteiligt ist. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die INSM wurde 2005 bekannt, als herauskam, dass sie f&#252;r 58.670 Euro <a href="http://www.netzeitung.de/medien/359039.html" target="_blank">Schleichwerbe-Dialoge in der ARD-Serie „Marienhof“</a> gekauft hatte. Die im Jahr 2000 gegr&#252;ndete, marktliberale Lobbyorganisation wirbt vehement f&#252;r Steuersenkungen, Privatisierungen und mehr „Eigenverantwortung“ in der Sozialpolitik. Finanziert wird sie von den Arbeitgeberverb&#228;nden der Metall- und Elektroindustrie. Vergangenen Herbst bekam die Lobbyinitiative Probleme mit dem Norddeutschen Rundfunk und der Zeitschrift „Neon“, weil sie <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/551/483001/text/" target="_blank">behauptet</a> hatte, die beiden Medien w&#252;rden &#252;ber eine ihrer Kampagnen berichten.</p>
<p>Das Bundesministerium f&#252;r Wirtschaft und Technologie (BMWi) best&#228;tigte auf Anfrage, ein Projekt mit dem Namen <a href="http://www.juniorprojekt.de/" target="_blank">„Junior“</a> finanziell unterst&#252;tzt zu haben. Tr&#228;ger des Projekts ist die Institut der deutschen Wirtschaft Junior gGmbH, eine Tochtergesellschaft des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), das seinen Sitz bis vor einiger Zeit am Gustav-Heinemann-Ufer 84–88 in K&#246;ln hatte. <a href="http://www.otto-brenner-preis.de/fileadmin/filme/OBP_3_Preis.mpg" target="_blank">Unter der selben Adresse</a> hatte bis zu ihrem Umzug in ihr neues B&#252;ro in Berlin, den die INSM letzte Woche Dienstag feierte, auch die INSM ihren Sitz. Der Direktor des IW, Michael H&#252;ther, ist <a href="http://www.insm.de/insm/ueber-die-insm/Kuratoren-und-Botschafter.html" target="_blank">Mitglied des Kuratoriums der INSM</a>.</p>
<p>Bei dem 1994 gegr&#252;ndeten „Junior“-Projekt sollen Jugendliche unter dem Motto „Sch&#252;ler als Manager“ im Rahmen von Planspielen lernen, wie Unternehmer zu handeln. Das Projekt verfolgt laut einer Projektbescheibung als Ziel, „Einblicke in die soziale Marktwirtschaft“ zu geben.</p>
<p>Das Wirtschaftsministerium best&#228;tigte, dass die Gesamtzuwendung f&#252;r das Projekt „Junior“ auch entsprechende Teilbetr&#228;ge f&#252;r das ebenfalls von der Institut der deutschen Wirtschaft Junior gGmbH getragene Projekt „Junior-Kompakt“ beinhaltete. „Junior-Kompakt“ wird laut einer <a href="http://www.juniorprojekt.de/data/junior-kompakt/Projektbeschreibung%20Internet.pdf" target="_blank">Projektbeschreibung</a> direkt vom „<a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=3&amp;ved=0CA8QFjAC&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.ruhrbarone.de%2Fein-experiment-wen-nimmt-der-insm-forderverein-auf%2F&amp;rct=j&amp;q=carta+insm&amp;ei=K4qXS4P2EsiI4QbbgMnxCg&amp;usg=AFQjCNG-pEWOgb8HqJkkGhRmuuoCGLqI2g" target="_blank">F&#246;rderverein Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft e.V.</a> unterst&#252;tzt“. Eine weitergehende Aufschl&#252;sselung, wieviel der „Junior“-F&#246;rderung an „Junior-Kompakt“ floss, sei „aufgrund der Wahrung von Betriebs- und Gesch&#228;ftsgeheimnissen“ nicht m&#246;glich, so Sarah Schneid aus der Pressestelle des Bundeswirtschaftministeriums.</p>
<p>F&#246;rderer des „Junior“-Projekts ist neben dem Bundeswirtschaftsministerium auch das „Handelsblatt“. Dessen Chefredakteur, <a href="http://www.google.de/url?sa=t&amp;source=web&amp;ct=res&amp;cd=1&amp;ved=0CAYQFjAA&amp;url=http%3A%2F%2Fwww.oppong.eu%2Fmediapool%2F65%2F653900%2Fdata%2Fjunge_Welt_Handelsblatt_INSM_Ziesemer_Huether.pdf&amp;rct=j&amp;q=ziesemer+insm&amp;ei=xIeXS-u4IY6G4gba2OTwCQ&amp;usg=AFQjCNEixCLInn-2lsqBMbETXPVajEAF9w">Bernd Ziesemer, moderierte im Juni 2009 eine Veranstaltung der INSM</a> mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, die wiederum Teilnehmer des „Junior“-Projekts empfing. Der INSM-Kuratoriumsvorsitzende und fr&#252;here Bundesbank-Chef Hans Tietmeyer, der auch <a href="http://www.insm.de/insm/Community/Foerderverein/Mitglieder-des-Foerdervereins.html" target="_blank">Mitglied des INSM-F&#246;rdervereins</a> ist, hatte zeitweilig eine eigene Kolumne im „Handelsblatt“. Der IW-Direktor, Michael H&#252;ther, hat aktuell eine eigene Kolumne im „Handelsblatt“.</p>
<p>Wie aus F&#246;rderdaten des Bundes hervorgeht, erh&#228;lt das „Junior“-Projekt vom Br&#252;derle-Ministerium f&#252;r den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2010 eine F&#246;rdersumme in H&#246;he von 500.000 Euro. In der Vergangenheit erfolgte die F&#246;rderung des „Junior“-Projekts aus einem Titel des Bundeswirtschaftsministeriums, der die „allgemeine und konzeptionelle Beratung“ von kleinen und mittelst&#228;ndischen Unternehmern (KMU) sowie die „Information und Schulung von KMU und Existenzgr&#252;ndern“ beinhaltet. Seit 2009 erfolgt sie aus dem Titel „Innovative Unternehmensgr&#252;ndungen“. Grund daf&#252;r sei eine „Organisations&#228;nderung des BMWi“, so die BMWi-Sprecherin Schneid.</p>
<p>Als die INSM am Dienstag ihr neues B&#252;ro in Berlin er&#246;ffnete, hielt Bundeswirtschaftsminister Rainer Br&#252;derle h&#246;chstpers&#246;nlich ein Gru&#223;wort. Vor rund 300 geladenen G&#228;sten, darunter der Bundestags-Vizepr&#228;sident Hermann Otto Solms (FDP), ermutigte Br&#252;derle dort die INSM, „sich weiter k&#228;mpferisch f&#252;r notwendige Reformen der sozialen Marktwirtschaft einzusetzen“. An die Adresse des neuen INSM-Gesch&#228;ftsf&#252;hrers Hubertus Pellengahr sagte Br&#252;derle: <a href="http://www.insm-tagebuch.de/2010/03/03/insm-eroffnet-buro-in-berlin-bruderle-kampfen-sie-weiter/" target="_blank">„Bleiben Sie hart und k&#228;mpfen Sie weiter”</a>. Br&#252;derle ist zusammen mit dem IW-Direktor H&#252;ther auch Unterzeichner eines <a href="http://www.insm.de/insm/Aktionen/INSM-Kampagnen/Innovationsappell.html" target="_blank">„Innovationsappells“</a> der INSM. Sein Konterfei ziert zudem eine <a href="http://www.insm.de/insm/Aktionen/INSM-Anzeigen/INSM-Aufruf-Nein-zum-Reform-Rueckschritt.html" target="_blank">Anzeige der INSM</a> mit dem Titel „Nein zum <a href="http://www.otto-brenner-preis.de/fileadmin/filme/OBP_3_Preis.mpg" target="_blank">Reform</a>-R&#252;ckschritt!“.</p>
<p>Das „Referat IIC2“ im Bundeswirtschaftsministerium, das f&#252;r die F&#246;rderung des „Junior“-Projekts zust&#228;ndig ist, geh&#246;rt zu den Abteilungen des BMWi-Staatssekret&#228;rs <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Ministerium/Minister-und-Staatssekretaere/Beamtete-Staatssekretaere/bernhard-heitzer,did=319292.html" target="_blank">Bernhard Heitzer</a>. Der Beamte war pers&#246;nlicher Referent von Martin Bangemann (FDP) und im September 2008 ebenfalls bei der INSM zu Besuch. Dort <a href="http://archiv.insm.de/Downloads/INSM_Initiative_Express_02_08web.pdf" target="_blank">kritisierte</a> er den gesetzlichen Mindestlohn, den die INSM ebenfalls vehement ablehnt.</p>
<p>Das „Junior“-Projekt wurde im vergangenen Jahr vom BMWi mit 260.000 Euro gef&#246;rdert. Nach dem Regierungsantritt der schwarz-gelben Koalition erh&#228;lt das Projekt mit 500.000 Euro in diesem Jahr fast doppelt soviel Steuergelder. „Die F&#246;rderung von Unternehmergeist an den Schulen ist ein Schwerpunkt der <a href="http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/G/gruenderland-deutschland,property=pdf,bereich=bmwi,sprache=de,rwb=true.pdf" target="_blank">Initiative &#8216;Gr&#252;nderland Deutschland&#8217;</a>. Hierzu sollen Initiativen wie Junior weiter ausgebaut und gest&#228;rkt werden“, erkl&#228;rt das Bundeswirtschaftsministerium. Ein Zusammenhang zwischen den Besuchen Br&#252;derles und Heitzers bei der INSM und der F&#246;rderung des „Junior“-Projekts durch das Wirtschaftsministerium bestehe nicht.
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<a href="http://carta.info/24029/wirtschaftsministerium-initiative-neue-soziale-marktwirtschaf/">Wie das Wirtschaftsministerium INSM-nahe Projekte f&#246;rdert</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/24029/wirtschaftsministerium-initiative-neue-soziale-marktwirtschaf/#comments">5 comments</a>
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		<title>Innenministerium verz&#246;gert Neubewertung von Lobbyisten-Einsatz</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 11:51:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zum Jahresende 2009 wollte das Bundesinnenministerium eine Evaluierung der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Einsatz von Lobbyisten in der Bundesverwaltung vorlegen. Bis heute warten Abgeordnete vergeblich. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/73d486900ecf43e8885574ec49f7e986" alt="" width="1" height="1" />Nach der <a href="http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_17072008_O4013300111.htm" target="_blank">Verwaltungsvorschrift zum Einsatz externer Mitarbeiter  in der Bundesverwaltung</a> muss das Bundesministerium des Innern (BMI) dem Deutschen Bundestag j&#228;hrlich einen Bericht zum Einsatz von Lobbyisten in der Bundesverwaltung erstatten. Der zweite Bericht dieser Art wurde hier exklusiv <a href="../../8079/neuer-lobbyistenbericht-exklusiv-bei-carta/" target="_blank">ver&#246;ffentlicht</a>. In einem Schreiben an die Bundesministerien vom 14. Mai 2009 k&#252;ndigte das BMI eine bewertende Bilanz der allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Einsatz externer Personen in der Bundesverwaltung bis zum Ende des Jahres 2009 an. Die Verwaltungsvorschrift wurde am 18. Juni 2008 vom Kabinett beschlossen. Bis zum heutigen Tag hat das BMI die Bilanz nicht vorgelegt. Deshalb sah sich das BMI nun im Bundestag kritischen Fragen der Opposition ausgesetzt.</p>
<p>Der Abgeordnete <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/abgeordnete/bio/H/hartmmi0.html" target="_blank">Michael Hartmann</a>, stellvertretender innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, fragte das BMI in einer Fragestunde des Bundestages, warum die angek&#252;ndigte Evaluierung bis zum heutigen Tag nicht vor liegt und „welche anderen vordringlichen Aufgaben“ das BMI so sehr besch&#228;ftigten, „dass die Evaluierung laut Auskunft aus dem eigenen Hause voraussichtlich erst im ersten Quartal 2010 abgeschlossen sein wird und es zu einer Verz&#246;gerung von nicht nur wenigen Wochen, sondern von bis zu drei Monaten kommt“.</p>
<p>Der Parlamentarische Staatssekret&#228;r im Bundesinnenministerium, <a href="http://www.bmi.bund.de/cln_174/SharedDocs/Personen/DE/Mitarbeiter/Minister_Staatssekretaere_Beauftagte/pstschroeder.html?nn=109672" target="_blank">Ole Schr&#246;der</a> (CDU), begr&#252;ndete die Verz&#246;gerung wie folgt: Da seit dem Inkrafttreten der Verwaltungsvorschrift am 17. Juli 2008 erst „knapp 1,5 Jahre vergangen“ seien, sei „wegen der K&#252;rze des Erhebungszeitraums“ die Evaluierung „zur&#252;ckgestellt“ worden. Das Bundesministerium des Innern habe auf der 3. Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestages angek&#252;ndigt, dass die Evaluierungsergebnisse „sp&#228;testens mit dem 2. halbj&#228;hrlichen Bericht 2010 gegen&#252;ber dem Haushaltsausschuss dargestellt werden.“</p>
<p>Hartmann machte in der Fragestunde auch erneut zum Thema, dass im 3. Lobbyistenbericht vom Oktober 2009 <a href="../../18996/innenministerium-legt-neuen-lobbyistenbericht-vor/" target="_blank">vier Nachmeldungen</a> enthalten sind, die bereits in den vorherigen Berichten h&#228;tten aufgef&#252;hrt werden m&#252;ssen. Auf die entsprechende Frage antwortete Schr&#246;der, dass die Bundesministerien f&#252;r die Meldung der bei ihnen t&#228;tigen externen Mitarbeiter beim BMI selbst verantwortlich seien. Pikanterweise betraf eine der ungew&#246;hnlichen Nachmeldungen jedoch das Bundesinnenministerium selbst. Die entsprechende externe Person sei in einem elektronischen System „durch ein B&#252;roversehen zun&#228;chst fehlerhaft erfasst“ worden, so Schr&#246;ders Erkl&#228;rung.</p>
<p>Versehen scheinen in den Bundesinstitutionen h&#228;ufig, wenn es um die Meldung bestimmer Sachverhalte geht: In der Vergangenheit begr&#252;ndeten auch die Bundestagsabgeordneten Sigmar Gabriel (SPD) und J&#252;rgen Trittin (Gr&#252;ne) <a href="../../8542/gabriel-und-trittin-verheimlichten-nebentaetigkeit/" target="_blank">unterlassene Meldungen von Nebent&#228;tigkeiten</a> mit einem „Versehen im Ministerb&#252;ro“ und mit einem „Versehen“. Der CSU-Abgeordnete Norbert Geis unterlie&#223; es eigenen Angaben zufolge ebenfalls aus „Versehen“ zu melden, dass er <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,588096,00.html" target="_blank">Pr&#228;sident einer Stiftung ist, die dem katholischen Geheimbund Opus Dei nahesteht</a>.</p>
<p>Was die zwei nachgemeldeten Mitarbeiterinnen der privaten Euroimmun AG im f&#252;r die Pandemiebek&#228;mpfung zust&#228;ndigen <a href="http://www.rki.de/" target="_blank">Robert-Koch-Institut</a> anbelangt, sei „zun&#228;chst angenommen worden“, dass sog. Altf&#228;lle, also F&#228;lle, in denen Lobbyisten ihren Einsatz bereits vor Inkrafttreten der Verwaltungsvorschrift begonnen haben, „nicht gemeldet werden m&#252;ssten“, so Schr&#246;der, der mit der Bundesfamilienministerin Kristina Schr&#246;der (geb. K&#246;hler) <a href="http://www.bild.de/BILD/politik/2010/02/13/familienministerin-kristina-koehler-hochzeit/heiratet-ole-schroeder.html" target="_blank">verheiratet</a> ist.</p>
<p>In dem genannten Schreiben an die Bundesministerien wies das Innenministerium darauf hin, „dass der Bundesrechnungshof die klare Erwartung ge&#228;u&#223;ert hat“, dass die Altf&#228;lle „so schnell wie m&#246;glich zu Ende gef&#252;hrt werden“. Die beiden Mitarbeiterinnen der Euroimmun AG, einem L&#252;becker Unternehmen f&#252;r medizinische Labordiagnostika, im Robert-Koch-Institut sollen dem 3. Lobbyismus-Bericht aber dennoch bis zum 31. M&#228;rz 2010 beziehungsweise bis zum 1. Juli 2011 in der nachgeordneten Beh&#246;rde des Bundesgesundheitsministeriums t&#228;tig sein. Beim Bundesrechnungshof konnte man sich hierzu auf Anfrage nicht &#228;u&#223;ern: „Das ist ein Einzelfall und dazu kann ich beim besten Willen keine Stellung nehmen. Das m&#252;ssen wir erstmal pr&#252;fen“, so Martin Winter, Pressesprecher der Bundesrechnungshofs. Was der Bundesrechnungshof zu diesem Umstand f&#252;r eine Auffassung vertrete, k&#246;nne er „auch morgen nicht“ sagen.</p>
<p>Heidi Klein vom Vorstand von <a href="http://www.lobbycontrol.de/blog/" target="_blank">LobbyControl e. V.</a> kritisiert: „Das Innenministerium hat seine Hausaufgaben nicht gemacht und windet sich jetzt vor der berechtigten Nachfrage aus dem Parlament mit fadenscheinigen Ausreden. Es ist absolut inakzeptabel, dass die Bundesregierung es offensichtlich nicht schafft, ordentlich Rechenschaft &#252;ber externe Mitarbeit in den Ministerien abzulegen.“ Klein meint, die meisten Fehler in den Berichten, die zu den Nachmeldungen f&#252;hrten, w&#228;ren gar nicht aufgefallen, wenn LobbyControl die Berichte nicht mehrfach nachgepr&#252;ft h&#228;tte. „LobbyControl tritt angesichts der Problematik von Interessenkonflikten und einseitiger Einflussnahme weiter daf&#252;r ein, die Praxis der Besch&#228;ftigung externer Mitarbeiter in Ministerien ganz zu stoppen“, so Klein.</p>
<p>Derweil hat Hartmann nach Aussage seines B&#252;ros erreicht, dass der 3. Lobbyismus-Bericht der Bundesregierung, nachdem dieser bisher nur den Abgeordneten des <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse/a08/mitglieder.html" target="_blank">Haushaltsausschusses</a> vorgelegt wurde, nun auch im <a href="http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse/a04/mitglieder.html" target="_blank">Innenausschuss</a> des Bundestages bei dessen n&#228;chster Sitzung am 24. M&#228;rz 2010 auf die Tagesordnung kommt. Abgeordnete der SPD-Bundestagsfraktion besch&#228;ftigen sich im Rahmen der Arbeitsgruppe Inneres der SPD-Fraktion aktuell auch mit der Einf&#252;hrung eines von lobbykritischen Organisationen seit langem geforderten Lobbyregisters. Thema sind dort auch Karenzzeiten f&#252;r Politiker, die nach Aus&#252;bung ihres Amtes <a href="http://www.robertamsterdam.com/deutsch/gerdgas5.jpg" rel="shadowbox[post-23524];player=img;" target="_blank">in die Privatwirtschaft wechseln</a>.
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<p><small>
<a href="http://carta.info/23524/innenministerium-verzoegert-neubewertung-von-lobbyisten-einsatz/">Innenministerium verz&#246;gert Neubewertung von Lobbyisten-Einsatz</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23524/innenministerium-verzoegert-neubewertung-von-lobbyisten-einsatz/#comments">2 comments</a>
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		<title>Investigativer Journalismus &#8211; Presseschau VII</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 10:29:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Mal in der Presseschau: Crowd Funded Reporting – Fact Checking bei dpa – Seymour Hersh – Wikileaks – Informantenschutz – Politmagazin-Kosten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/676a8389cd704ae993029e09b081426d" alt="" width="1" height="1" /></p>
<h4><strong>Finanzierung investigativer Recherchen</strong></h4>
<p>Moderne Finanzierungsformen f&#252;r arbeitsintensive Recherchen wie  <em>Community Funded Reporting</em> oder <em>Crowd Funding</em> sowie die Qualit&#228;t und Zukunft des Journalismus  waren Thema beim  <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/1110094/" target="_blank">Deutschlandfunk</a>. Neue Finanzierungskonzepte f&#252;r  (investigativen) Journalismus waren auch Gegenstand eines Beitags von Stephan Weichert und Leif Kramp in der letzten Ausgabe  des <a href="http://journalist.de/" target="_blank">&#8220;journalist&#8221;</a> (nur Print). Schade nur, dass man als Leser des Artikels erst auf der dritten Seite erfuhr, dass alle &#8220;Namen, Orte und Begebenheiten&#8221;, die man sich gemerkt hatte, &#8220;frei erfunden&#8221; sind. Mit neuen Finanzierungsm&#246;glichkeiten f&#252;r Enth&#252;llungsjournalismus besch&#228;figten sich die Autoren Kramp und Weichert auch  in der Reihe &#8220;Wozu noch Journalismus?&#8221; bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/533/501784/text/9/" target="_blank">sueddeutsche.de</a>, wo sie das &#8220;Centre for  Investigative  Reporting&#8221; vorstellten.</p>
<p>Mit <em>Community Funded Reporting</em>, <em>Crowd Funding</em> und der Internetplattform spot.us befasste sich auch der <a href="http://oe1.orf.at/highlights/132345.html">&#214;sterreichische Rundfunk</a>.</p>
<p>Im Interview mit dem  Branchendienst <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/hufig-nur-durchschnittlicher-journalismus_100025875.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=e4fa4%20dd623" target="_blank">Meedia</a> sprach der Hamburger Medienprofessor Volker    Lilienthal, der den Schleichwerbeskandal im &#8220;Marienhof&#8221; aufdeckte,   &#252;ber  Qualit&#228;t im Journalismus.</p>
<h4><strong>Fact-Checking</strong></h4>
<p>Das &#220;berpr&#252;fen von Informationen spielt im investigativen Journalismus eine wichtige Rolle, weil die zu verarbeitenden Informationen hier in der Regel umfangreicher sind und Fehler schwere rechtliche und finanzielle Folgen nach sich ziehen k&#246;nnen. Der neue dpa-Chef Wolfgang B&#252;chner hat nun ein neues Regelwerk f&#252;r seine Redaktion eingef&#252;hrt, das der Blogger <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/klare-ansage-bei-dpa-lieber-spaet-als-falsch/" target="_blank">Stefan Niggemeier</a> exklusiv ver&#246;ffentlichte. Wie die Otto-Brenner-Stiftung, die den gleichnamigen Journalistenpreis f&#252;r kritischen Journalismus vergibt, &#252;ber einen Newsletter verbreitete, veranstaltet das <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Netzwerk Recherche</a> zum Thema Fact-Checking im M&#228;rz eine <a href="http://www.netzwerkrecherche.de/presse/index.php?pageid=366" target="_blank">Konferenz</a> in den Redaktionsr&#228;umen des &#8220;Spiegel&#8221;.</p>
<h4><strong>Top 10 vernachl&#228;ssigter Themen</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=10" target="_blank">Initiative Nachrichtenaufkl&#228;rung</a> k&#252;rt jedes Jahr die  <a href="http://www.nachrichtenaufklaerung.de/index.php?id=190" target="_blank">Top 10 der vernachl&#228;ssigten Themen</a>. Unter den Top 10  des Jahres 2009 finden sich Themen wie &#8220;Psychiatrie: Bundesregierung  biet UN-Konvention zurecht&#8221;, &#8220;L&#252;cken  der Finanzaufsicht bei Kirchen&#8221;  oder &#8220;Mangelnde Kontrolle deutscher  R&#252;stungsexporte&#8221;.</p>
<h4><strong>Hersh</strong></h4>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=fl&amp;dig=2010/01/09/a0046&amp;cHash=c2d7132da0" target="_blank">taz</a> druckte eine minimal abweichende Version eines  Portraits des f&#252;hrenden Investigativjournalisten Seymour Hersh aus den  USA, das <a href="http://carta.info/21082/investigativer-journalismus-presseschau-vi/" target="_blank">zuvor</a> bereits in der Neuen Z&#252;rcher Zeitung erschien. Streckenweise &#228;hnlich ist auch ein Portrait (<a href="http://www.br-online.de/bayern2/kulturjournal/seymour-hersh-portrait-portraet-ID126077957405.xml" target="_blank">I</a>; <a href="http://www.br-online.de/imperia/md/audio/podcast/import/2010_01/2010_01_29_19_41_14_podcastb5so31012010medienmagaz_a.mp3" target="_blank">II</a>, ab 18:21 min), das der Bayerische Rundfunk dem &#8220;Ausnahme-Rechercheur&#8221; Hersh  vor einiger Zeit widmete. Am Mittwoch wurde Hersh auch  beim neuen Sender <a href="http://wissen.dradio.de/index.36.de.html?dram:article_id=682&amp;sid=" target="_blank">DRadio Wissen</a> und in der <a href="http://bazonline.ch/ausland/amerika/Der-Schrecken-der-Geheimdienste/story/13423191" target="_blank">Basler Zeitung</a> portraitiert.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Die Seite wikileaks.org ist immer noch abgestellt und <a href="http://wikileaks.org/" target="_blank">wirbt um Spenden</a>. Ziel ist dabei laut Wikileaks ein Jahresbudget von 600.000 Dollar. Bei <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-01/wikileaks-spendenaufruf-streik" target="_blank">Zeit Online</a> veranschlagte Daniel Schmitt von Wikileaks die ben&#246;tigte Summe Anfang Januar noch auf &#8220;800.000 US-Dollar im Jahr&#8221;. Auf der genannten Wikileaks-Seite findet sich auch eine Liste von fr&#252;heren Spendern, die bereits f&#252;r <a href="http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/wikileaks-unterstuetzer-entlarvt/" target="_blank">Wirbel</a> sorgte. Dar&#252;ber, dass Wikileaks abgeschaltet ist, berichtete auch die <a href="http://news.bbc.co.uk/2/hi/technology/8490867.stm" target="_blank">BBC</a>, die den Investigativjournalisten Paul Lashmar mit folgender Aussage zitiert: &#8220;Web(nutzer) sind nicht daran interessiert, wie die Leute hinter den Seiten ihr Geld verdienen&#8221;. Die <a href="http://www.fr-online.de/in_und_ausland/multimedia/aktuell/2193540_Wikileaks-Geheimnisverraeter-im-Streik.html" target="_blank">Frankfurter Rundschau</a> besch&#228;ftigte sich ebenfalls mit Wikileaks und band ein sehenswertes Youtube-Video eines Vortrags der Wikileaks-Vertreter Julian Assange und Daniel Schmitt vor einem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) ein.</p>
<h4><strong>Informantenschutz</strong></h4>
<p>Die &#8220;Financial Times&#8221;, die &#8220;Times&#8221;, die Nachrichtenagentur &#8220;Reuters&#8221;  und der &#8220;Guardian&#8221; hatten 2001 durch ihnen zugespielte Dokumente &#252;ber ein &#220;bernahmeangebot eines Brauerei-Konzerns berichtet, was zu einem rasantem Kursanstieg bei dem &#220;bernahmekandidaten f&#252;hrte. Britische Gerichte best&#228;tigten zuerst, die betroffenen  Unternehmen h&#228;tten ein Recht darauf, die Person zu identifizieren,  die den Medien die Dokumente zugespielt habe. Der Europ&#228;ische Menschenrechtsgerichtshof entschied jedoch zugunsten der Medien, wie der <a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1260789921638.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a> berichtete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p>In einem auf der Internetseite der Berliner Zeitung <a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0128/medien/0009/index.html" target="_blank">nicht mehr verf&#252;gbarem Artikel</a> war <a href="http://www.daniel-bouhs.de/2010/01/28/eine-minute-fur-3-164-euro/" target="_blank">nachzulesen</a>, &#8220;dass eine Minute von &#8216;Fakt&#8217; (MDR) nur  3 284 Euro kostet, eine von &#8216;Monitor&#8217; (WDR) aber 5 009.&#8221;</p>
<p>Die <a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/wir-vermissen-strauss/" target="_blank">taz</a> interviewte die Moderatorin des ARD-Politmagazins &#8220;Panorama&#8221; Anja Reschke zum Thema Feindbilder.</p>
<h4><strong>Informationsfreiheitsgesetz</strong></h4>
<p>Das Bundesarbeitsministerium hat einen Antrag der <a href="http://hausblog.taz.de/2010/02/zu-heikel-um-es-zu-veroeffentlichen/" target="_blank">taz</a> auf Einblick in Unterlagen zu Zwangsumz&#252;gen von Hartz-IV-Empf&#228;ngern abgelehnt.
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